Was ist "Kunst im öffentlichen Raum"? Repräsentation durch Kunst am Bau oder vielmehr eine Strategie zur Schaffung, Ausdehnung und Pluralisierung von Öffentlichkeit? Eine modellhafte Versuchsanordnung zu verschiedensten Politikbereichen wie Stadtentwicklung, Gender oder Migration? Auf alle Fälle aber eine interessante Herausforderung an die Kulturpolitik und ihre Instrumentarien, Programme und Strukturen.
Erforderlich ist ein kulturpolitischer Diskurs, der die allgemeine Problematik der Kulturalisierung und damit die Ausblendung politischer und ökonomischer Bedingungen thematisiert, aber auch den Mangel an Reflexion hinsichtlich der Funktion und Effekte ausgewählter Projekte.
Auf mehreren Ebenen versucht der aktuelle Schwerpunkt der Kulturrisse, einen Beitrag und Anstoß zu dieser unterentwickelten Diskussion zu leisten. So untersucht Oliver Marchart die zwei einander gegenüber stehenden Kategorien einer politischen Kunstöffentlichkeit und einer "öffentlichen Kunstpolizei", also der zur Polizei-Strategie verkommenen Kulturadministration. Anne Katrin Feßler bringt Licht ins Dunkel des Wiener Fonds und seiner rätselhaften Verfahren und Strukturen. Und Michaela Pöschl sorgt für die notwendige Verknüpfung von Kunst im öffentlichen Raum und Geschlechterpolitik, indem sie zeigt, wie Bild- und Raumpolitiken im Wiener Stadtraum die Dichotomie von Opfer und Täter verschärfen.
Mit Beiträgen von Oliver Marchart (Eingeklemmt. Zwischen politischer Kunstöffentlichkeit und öffentlicher Kunstpolizei), Rahel Puffert (Zwischen Aufbruch und Abbruch. Eine kurze Geschichte Hamburger Kunstprojekte im öffentlichen Raum), Anne Katrin Feßler (Arbeit am Acker), Michaela Pöschl (Hundstrümmerl und Opferbild. Zur visuellen Repräsentation von (Gewalt gegen) Frauen im Wiener Stadtraum), Jens Kastner (Supermarkt und Sonnenpyramide. "Kulturpolitik" in San Juán Teotihuacán, Mexiko), Martin Wassermair (display your dissent! Der Kampf um die Bilder im Gedankenjahr), Jörg Vogeltanz (Steirische Kulturpolitik im Zeichen des allseitigen Duckmäusertums), Konrad Becker (Cultural Peacekeeping. Die neue Sicherheitskultur) u.v.m.
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