"Im Mittelalter schlossen sich einzelne Handwerker zur Selbsthilfe und zum Schutz in Zünften, Zechen oder Gilden zusammen. Die Zunftordnungen handelten von der Lernzeit, dem Wandern der Gesellen, der Meisterprüfung, dem Meisterstück und den Strafen für bestimmte Vergehen. Als Pflichten wurden die Teilnahme am Gottesdienst, die Zahlungen an die Zunftlade, ein ehrsames Benehmen, ehrliche Arbeit und Verträglichkeit festgeschrieben. Zunftlade, Zunfthäuser, Pranger und Zunftfahne zeugten nicht nur von einem tüchtigen Handwerk, sondern auch von strenger Zucht und Ordnung.
Im Jahre 1739 wurden Generalszunftartikeln erlassen. Damit sollte sich das Handwerk der Zeit und den Anforderungen anpassen und junge Kräfte aufkommen lassen. Die älteste im Raum Mistelbach vorhandene Handwerksordnung stammt aus dem Jahre 1583 und hält die Handwerksgewohnheiten der Tischler, die Hauptzöch in Wien und die Aufrichtung einer Lad für Meister und Gesellen mit Schlüssel fest.
Heute besteht nur mehr die Hauerzunft in Mistelbach mit traditionsbewusster Befolgung der Satzungen und einem alle zwei Jahre stattfindenden Hauerumzug. Im Mistelbacher Stadt-Museumsarchiv besteht eine umfangreiche Sammlung über folgende Zünfte: Bader und Wundärzte, Bäcker, Binder, Fleischhauer, Fischträgler, Gastwirte, Handlungslehre, Köchin, Kürschner, Lederer, Müller, Öler, Pastetenbäcker, Riemer, Sattler, Schlosser, Schmiede, Schneider, Schuhmacher, Seifensieder, Tischler, Weber, Zimmerer.
Im Barockschlössl Mistelbach mit dem Keller, der alten Weberwohnung und dem neuen Ausstellungssaal führt die Ausstellung als Reise in die Zeit, als die Handwerker auf die Wanderschaft gingen und die Zünfte entstanden. Das Museumsteam hat in einigen Tausend ehrenamtlichen Stunden Zunfttruhen, Zunftfahnen, altes Handwerksgerät, alte Erinnerungsstücke und Urkunden aus dem Museumsbestand, ergänzt durch zahlreiche Leihgaben, zusammengestellt. Für die Organisation verantwortlich das Museumsteam: Vzbgm. RegR Alfred Englisch, Günter Hollaus, Leopold Fleckl, Christa Jakob, OSR Hubert Loibl, Prof. Oskar Steiner, Franz Weichselbaum.
Als Rahmenprogramm wird angeboten:
- 3. September von 14.00 bis 18.00 und 4. September von 13.00 bis 18.00 Weinpräsentation der Vinothek Eibesthal.
- 4. September von 15.00 bis 17.00 Christoph Bacher, Maler- und Vergoldermeister aus Mistelbach, zeigt das Handwerk des Vergolders.
- 10. u.11. September 15.00 bis 18.00 Ausschank von erlesenen Weinen der "Bittelweingemeinschaft Siebenhirten" durch den Weinhauer Erich Schaudy aus Siebenhirten.
- 11. September von 14.00 bis 16.00 Schauschmieden von Klampfen, Nägel und Verzierungen durch Josef Hollaus aus Schrick.
- 24. u. 25. September von 15.00 bis 18.00 Ausschank von erlesenen Weinen der "Bittelweingemeinschaft Siebenhirten" Erich Schaudy aus Siebenhirten.
- 24. September von 15.00 bis 18.00 Buchbinden wie anno dazumal mit Peter Zehetmayer.
- 25. September von 14.00 bis 17.00 Spinnen auf dem Spinnrad; "Das Handwerk im Märchen"
Kinderbühnenspiel der Städtischen Musikschule: Treffpunkt im Barockschlössl um 17.00, Leitung: Frau Gunde Selinger.
- 1. u. 2. Oktober Patchworken mit Regina Stieger.
- 2. Oktober von 15.00 bis 16.00 Zithermelodien und Handwerksgschichterln mit dem Zithertrio und Christa Jakob."
Info: Tel.: 02572-2515-Dw.6410 (werktags 14-16.30 Uhr), mailto:stadt-museumsarchiv@mistelbach.at . Die Ausstellung ist bis 2. Oktober 2005 geöffnet, Montag bis Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr. Unter http://www.mistelbach.at , und dem Link zur Ausstellung finden Sie nähere Informationen.