Zeitschriftenpräsentation am 15. Oktober 2005
Dass die Produktion von Bildern nicht im politikfreien Raum entsteht, davon gehen wir aus. Ist deshalb aber jedes Bild auch Politik? Welchen Stellenwert haben Bilder überhaupt? Wer macht sie wofür, wozu werden sie eingesetzt und zu wem sprechen sie? Was Bildpolitiken sein können, dieser Frage widmet sich die aktuelle Ausgabe des "Bildpunkt - Zeitschrift der IG Bildende Kunst".
Bildpolitiken: Eine Begriffsklärung versucht einleitend Jens Kastner. Konkret auf dieses Heft bezogen stellt sandy k. die Frage nach Bildproduktion als politischer Praxis. Hito Steyerl untersucht Bilder, die innerhalb von sozialen Bewegungen ausdrücklich als Gegenbilder produziert werden - und beschreibt das Scheitern dieser Strategien an zwei Beispielen aus globalisierungskritischen Zusammenhängen. Tom Holert diskutiert exemplarisch anhand der Bebilderung eines Newsweek-Artikels die (Definitions-)Macht von Bildern. Die Schwierigkeiten, sich dagegen zu wehren und möglicherweise eigene Bilder zu entwerfen, diskutieren die Aktivistin Araba Johnston-Arthur und die Küntslerin Jo Schmeiser in einem Gespräch mit der Redaktion. Von einem Vorhaben, vorgegebene bzw. vorgeschriebene Bilder vor allem von schwarzen Frauen durch Selbstbilder zu ersetzen, berichtet Beatrice Achaleke in ihrem Text über ein Projekt im öffentlichen Raum. Andreas Spiegl schließlich befasst sich mit den Verhältnis von Bildern zur Realität.
Durch das Heft führt eine Bildstrecke von Petja Dimitrova, die sich mit Diversitätsmanagement befasst. Für das Poster in der Heftmitte entwickelte sandy k. ein Plakat, das das Verhältnis einer Politik der Darstellung und der Darstellung der Politik reflektiert. Auf der Rückseite des Hefts sucht Ulrike Müller mit ihren Zeichnungen einen intimen und zugleich öffentlichen Austausch mit den BetrachterInnen - Pornografie dient dabei als methodische Referenz.
Weitere Texte zu aktuellen Themen von Juliane Alton (Kultur im ORF), Daniela Koweindl (Folgerecht) und Martin Wassermair (Mediengesetznovelle). Plus: Serviceteil für KünstlerInnen.
Zeitschriftenpräsentation: Samstag, 15. Oktober 2005
17 Uhr Vortrag und Podiumsdiskussion "Visuelle Kommunikation und andere Missverständnisse" in der IG Bildende Kunst, mit sandy k. (Grafik-Designer, Creative Director, Aktivist bei Kanak Attak / Berlin), Eva Dertschei (Redaktion Bildpunkt, Grafik), Petja Dimitrova (Künstlerin), Christian Höller (Kunstkritiker / springerin)
Moderation: Jens Kastner, Nora Sternfeld (Redaktion Bildpunkt)
Ab 20 Uhr Fest
in der Buchbar phil, 1060 Wien, Gumpendorfer Straße 10-12
Bildpunkt erscheint - nach dem Relaunch 2005 - vier Mal im Jahr. Jede Ausgabe widmet sich einem Themenschwerpunkt. Zentral sind dabei ästhetische, aktivistische und theoretische Strategien samt ihrer gegenseitigen Verschränkungen und Überschneidungen.
Versand-Abos sind zum Preis von EUR 12,- (Inland) bzw. EUR 16,- (Ausland) pro Jahr über die IG Bildende Kunst zu beziehen.
Redaktion: Jens Kastner, Nora Sternfeld, Daniela Koweindl, Eva Dertschei, Carlos Toledo.
Bildpunkt bestellen:
IG Bildende Kunst, Gumpendorfer Straße 10-12, 1060 Wien, mailto:office@igbildendekunst.at , Tel.: 01/524 09 09
Bildpunkt - Zeitschrift der IG Bildende Kunst
http://www.igbildendekunst.at/bildpunkt .