Transnationale - oft erzwungene - Mobilität und weiterhin drastische Wohlstandsgefälle veränderten den Fortschrittsgedanken - zumindest in Europa - in eine Stop-and-go-Bewegung zwischen sicherheitsorientierter Beharrlichkeit und Protektionismus und gleichzeitiger Verschärfung von Wettbewerb und Veränderungsdruck. Gegenwärtiges Leben und Entwürfe für die Zukunft sind meist in Polaritäten gefangen. Öffnung und Abschottung, Internationalisierung und nationale Autonomie, Ökologie und technische Entwicklung, Nachhaltigkeit und Flexibilisierung, ...
Wie so oft in Situationen mit einander vorerst widersprechenden Handlungsoptionen stellen sich neben den auf Hochtouren laufenden Propagandamaschinen auch Trostlosigkeit und das Gefühl von Unabwendbarkeit ein. Zugleich bemühen sich alte und neue Bewegungen um Angebote zur Überwindung der Stagnation und die Erhaltung von Handlungsfähigkeit. Aus diesen Antagonismen bezieht die Gegenwart ihre nervös gespannte Brisanz. In Zonen der vermeintlichen Ruhe und Zufriedenheit macht sich depressiver Druck breit, während sich um sie herum die Fluchtlinien kreuzen. Die verschiedenen Schwingungen beginnen sich zu überlagern und vieles ist möglich: Stille durch Aufhebung, Klang durch Wechselwirkungen oder ein Aufschaukeln zu ungeahnter Frequenz mit ungewissem Verlauf.
Mit dem Thema "Fluchtwege und Sackgassen" verklammert das Festival der Regionen seinen Anspruch auf Ortsbezug mit einer weltweit relevanten Fragestellung. Als Schwerpunktregion des Festivals 2007 wurde mit der Umgebung der Pyhrnautobahn (23 Gemeinden im Bezirk Kirchdorf an der Krems) eine Region gewählt, die sich der Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Fortschrittsbewegungen wiederholt stellen musste. Zwischen transnationaler Achse, Rückzugsgebiet und Übergangszone zu den Zentralräumen lassen sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für Projektentwicklungen erwarten.
Das Festival der Regionen findet seit 1993 alle zwei Jahre an dezentralen Orten im Bundesland Oberösterreich (Hauptstadt: Linz) statt und hat sich seither zu einer zeitgenössischen Schwerpunktveranstaltung für aktuelle, ortsspezifische Kunst und Kultur entwickelt. An der Nahtstelle von Kunst und Alltagsleben beziehen die Projekte des Festivals die jeweilige Schwerpunktregion und ihre Bevölkerung in die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, politischen und künstlerischen Fragestellungen ein.
Ausschreibung
Das Festival der Regionen sucht Projektvorschläge aus den Bereichen ortsspezifische Kunst & Kultur, Kunst im öffentlichen Raum, Alltagskultur, Performance und partizipative Praktiken für das Festivalprogramm 2007.
Wer kann ein Projekt vorschlagen?
Jede/r mit einer Idee zum Thema: Einzeln oder gemeinsam arbeitende KünstlerInnen, Kulturschaffende und WissenschafterInnen, in Kultur und Gesellschaft tätige Einzelpersonen, Initiativen, Verbände, Vereine, NGOs und Arbeitsgruppen.
Wer wählt die Projekte aus?
Der Vorstand und der Leiter des Festivals der Regionen unternehmen mit Unterstützung eines unabhängigen, überregional besetzten Programmbeirates eine Vorauswahl. Innerhalb dieser Vorauswahl erfolgt die Programmgestaltung durch den Festivalleiter. Die Entscheidung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Direkteinladungen und Aufträge ergänzen das Programm.
Wer organisiert das Festival der Regionen?
Der unabhängige Verein Festival der Regionen mit Unterstützung vor allem des Landes Oberösterreich, der Sektion Kunst im Bundeskanzleramt der Republik Österreich, der Stadt Linz und von Sponsoren.
Der Vorstand des Vereins setzt sich aus Susanne Blaimschein (Kuratorin und Ausstellungsorganisatorin), Eva Gütlinger (Kulturarbeiterin, Beraterin und Erwachsenenbildnerin), Gabriele Heidecker (Architekturvermittlerin und Kulturarbeiterin), Dagmar Höss (Künstlerin, Kuratorin und Kunstvermittlerin), Eva Immervoll (Geschäftsführerin der KUPF-Kulturplattform OÖ und Kulturarbeiterin) und Gerald Priewasser (Künstler und Gestalter) zusammen.
Festivalleitung: Martin Fritz
Was soll der Projektvorschlag beinhalten?
Beschreibung des Projektes
Eine Kurzbeschreibung des Projektes (500 Zeichen)
Möglichst aussagekräftige Visualisierung, Skizze, Skript oder andere Darstellung der geplanten Umsetzung
Ort der Realisierung bzw. räumlich-situative Anforderungen
Selbstdarstellung der ProjektverfasserInnen und ProtagonistInnen
Organisatorische Rahmenbedingungen
Zeitplan der Projektentwicklung und -verwirklichung
Finanzplan
Verantwortliche/r Projektleiterln und seine/ihre Adresse, Telefonnummer und E-Mail Adresse
Der Projektvorschlag kann auf Deutsch oder Englisch eingebracht werden und soll sieben Seiten nicht überschreiten.
Regionale Kulturinitiativen
Kulturinitiativen und Vereine in der Schwerpunktregion können sich neben eigenen Projektvorschlägen auch mit Ideen für Koproduktionen, Beauftragungen oder lokale Programmschwerpunkte sowie mit Ideen für Festivalschauplätze etc. an der Ausschreibung beteiligen.
Sonstiges
Das Festival der Regionen übernimmt keine Haftung für eingesendete Unterlagen. Aus einer Ablehnung erwachsen den ProjektverfasserInnen keinerlei Ansprüche gegenüber dem Festival der Regionen oder im Auftrag des Festivals handelnden Personen.
Abgabe
Der Projektvorschlag kann per Post in zehnfacher Kopie (DIN-A4) oder per E-Mail (bevorzugtes Format: Word- oder PDF-Datei bis 2 MB) erfolgen. Zusätzliche Materialien können nicht berücksichtigt werden.
Festival der Regionen, Marktplatz 12, A-4100 Ottensheim oder mailto:office@fdr.at , Tel: +43(0)7234 85 2 85, Fax: +43(0)7234 85 2 85-4, http://www.fdr.at .
Abgabeschluss: Sonntag, 7. Mai 2006 (Poststempel)
Festivalzeitraum: Juni/Juli 2007