Peter Härtling liest aus "Zwettl -Nachprüfung einer Erinnerung"
Auf Einladung des Kulturreferates der Stadtgemeinde Zwettl liest der Schriftsteller Peter Härtling am 25. Mai im Saal der Bank und Sparkassen AG Waldviertel-Mitte aus seinem 1973 erschienenen Buch "Zwettl - Nachprüfung einer Erinnerung". Die Lesung beginnt um 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr).
Der am 13. November 1933 in Chemnitz geborene Peter Härtling zählt zu den vielseitigsten und bedeutendsten Autoren der Gegenwart. 2003 wurde er für sein Lebenswerk mit dem "Deutschen Bücherpreis" ausgezeichnet. In seinen autobiographischen Werken - darunter "Zwettl - Nachprüfung einer Erinnerung" (1973), "Nachgetragene Liebe" (1980), "Leben lernen. Erinnerungen" (2003) und "Die Lebenslinie. Eine Erfahrung" (2005) - nimmt Peter Härtling immer wieder Bezug auf Zwettl und auf die Erinnerungen, die ihn in die Jahre 1945/46 und in das Zwettl der letzten Kriegstage und der unmittelbaren Nachkriegszeit zurückführen.
Im letzten Kapitel seines 2005 erschienenen Buches "Die Lebenslinie. Eine Erfahrung" beschreibt Peter Härtling die erfolglose Suche nach dem Grab seines in russischer Kriegsgefangenschaft verstorbenen Vaters. Das Buch schließt mit den Worten "Durch Zwettl läuft die Grenze zwischen Draußen und Drinnen, meine Lebenslinie. Es ist auch der Ort, an dem meine Erinnerung die Richtung wechselt."
Zeitreise in das Zwettl der 70-er Jahre
In Zusammenarbeit mit dem Archiv des Südwestrundfunks Stuttgart (SWR) zeigt das Kulturreferat der Stadtgemeinde Zwettl am 26. Mai 2006 den Dokumentarfilm "Rückkehr in die Kindheit - Peter Härtling", der in den 70-er Jahren unter der Regie von Gisela Mahlmann in Zwettl entstanden ist.
Gemeinsam mit seinen Kindern Fabian, Friederike und Clemens besuchte Peter Härtling die Orte seiner Kindheit in Zwettl. Mit Bezug auf sein autobiographisches Werk "Zwettl - Nachprüfung einer Erinnerung" schildert er das damalige Kindsein im Zwettl der Kriegs- und Nachkriegszeit. Im Rahmen seines damaligen Zwettl-Besuches lernte er u. a. auch den Gärtnermeister und Büchersammler Rudolf Sattig kennen.
Der Film von Gisela Mahlmann ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Einerseits schildert er die Wechselbeziehungen zwischen persönlichem Erleben und literarischer Erinnerung, andererseits ermöglicht er eine "Zeitreise" in das Zwettl der 70-er Jahre. Seit der Erstausstrahlung im Jahr 1978 ist der Film weitgehend in Vergessenheit geraten und "schlummert" in den Archiven des SWR. In Zusammenhang mit der Härtling-Lesung am 25. Mai lädt das Kulturreferat am darauf folgenden Freitag, 26. Mai, zur filmischen Zwettl-Premiere des ca. 45-minütigen Dokumentarfilmes "Rückkehr in die Kindheit" in den Großen Sitzungssaal des Zwettler Stadtamtes ein. Vorstellungsbeginn ist bei freiem Eintritt um 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr).
Nähere Informationen:
Stadtgemeinde Zwettl-NÖ, Gartenstraße 3, 3910 Zwettl, Tel. 02822/503-127 Fax: 02822/503-181, mailto:j.koller@zwettl.gv.at , http://www.zwettl.gv.at .