Von 24. Juni bis 31. August sind im Stift Seitenstetten Werke der beiden Künstler Pichl Peter und Jakob Hentze zu sehen.
Prof. Heimo Kuchling über Pichl Peter:
"Zuerst entstehen Bilder, die von traditionellen malerischen Darstellungsarten ausgehen. Das Studium alter Meister führte Pichl zur Erkenntnis, dass sowohl den Gestalten der Natur als auch der Bildform geometrische Figuren zugrunde liegen.
Für den Bildenden Künstler offenbart sich Leben in Gestalten, und deshalb sieht Pichl seine Aufgabe darin, seinen diagrammhaft anmutenden Figurationen Leben zu verleihen. So assoziieren zwei Kreise, die zu einem Kreis zusammen gefasst sind, und in dessen unteren Kreis kleine Kreise eingesetzt sind, ein Gesicht, ja einen ausdrucksvollen Kinderkopf. Geometrie, mathematisch kontrollierte Proportionen und menschlicher Ausdruck bilden die visuell wahrnehmbare Einheit, die ein Bildwerk auszeichnet.
Pichl schafft mit diesen Arbeiten Grundlagen einer künstlerischen Form, die weder stil- noch ortsgebunden ist. Sie beruht auf Erkenntnissen, welche die analytische Bildende Kunst des 20. Jahrhunderts ermöglichte. Was er macht, ist notwendig, weil es die Bildende Kunst wiederum auf eine feste Basis stellt. "
Prof. Heimo Kuchling über Jakob Hentze:
"Hentze malte an der Universität für angewandte Kunst in Wien `wild´. Dort lehrte auch Pichl. Dessen Lehre beeindruckte Hentze. Die logische Folge nach harter Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Ausgangspunkten: Ein Ineinandergreifen von Expression und Geometrie. Das Ergebnis: Eine lebensvolle Nüchternheit.
Die alte Erkenntnis, dass oft weit auseinanderliegende Gegensätze einem Kunstwerk zugrunde liegen, bewährt sich auf neue Weise.
Das Vereinen von Gegensätzen ist das Abenteuer, das ein Künstler zu bestehen hat. Hentze scheut es nicht, er liefert sich ihm völlig aus. Er malt Bilder, in denen die Dinge der Realität des Alltags gerade deshalb überaus eindringlich wirken, weil in ihnen ein ausgeprägtes Formbewusstsein und ein intensives Erleben der Welt gleich stark wirken.
Hentze macht sich die Mühe, die Geraden, Kurven, Rechtecke, Dreiecke und Kreise und die von ihnen abgeleiteten Figuren, die er in Gestalten erkennt, klar herauszuarbeiten und in oft aggressive Formwerte zu verwandeln."
Die Ausstellung in Seitenstetten ist bei freiem Eintritt von 24. Juni bis
31. August täglich von 9.30 bis 11.30 und von 14.30 bis 17.00 geöffnet.
Eintrittskarten erhalten Sie im Klosterladen.