Glatt&Verkehrt 2006 ging am Sonntag, 30. Juli, wieder erfolgreich zu Ende. 32 Gruppen aus 21 Ländern und 5 Kontinenten waren bei insgesamt 30 Einzelveranstaltungen zu Gast. Insgesamt besuchten 5179 Menschen das Festival.
Die Werkstatt für Musikanten in Stift Göttweig, die sich in den letzten fünf Jahren zum absoluten Fixpunkt österreichischer Musikvermittlung etabliert hat, konnte mit 91 internationalen TeilnehmerInnen und 12 DozentInnen heuer einen einzigartigen Rekord verbuchen.
Besondere Erwähnung finden muss das Glatt&Verkehrt-Publikum. Bei kaum einem anderen Open-Air-Festival können die Konzerte in derart konzentrierter Atmosphäre ablaufen. Außerdem scheinen die BesucherInnen sich keinen Deut um Starpower oder spektakuläre Events zu scheren: Als am Samstag, 29. Juli, einige Musiker - etwa der Flamenco-Superstar Duquende - wegen Flugstreiks nicht kommen konnten, war der Hof der Winzer Krems trotzdem bis auf den letzten Platz gefüllt, und nahezu 1000 Menschen erlebten einen weiteren herrlichen Festivaltag, der bis in die späten Nachtstunden andauern sollte...
Zum Geheimnis des Erfolges von Glatt&Verkehrt gehört die Idee der Wachauer Begegnungen (nicht nur am so benannten Thementag) - dass sich beim Festival MusikerInnen aus völlig unterschiedlichen Regionen zu einem angeregten Gedankenaustausch versammeln, der bislang noch immer für Überraschung gesorgt hat.
"Wer vor zehn Jahren dachte, die "Neue Volksmusik" - wenig gelungen auch "Volxmusik" genannt - sei eine Eintagsfliege, der irrte gewaltig. Bester Beweis war der Eröffnungsabend des Festivals "Glatt & Verkehrt" - heuer in der zehnten Auflage -, der auch ohne klingende Namen Massen an Zuhörern anlockte. Freilich hat sich die eigentümliche Mixtur aus traditionellen Weisen aus aller Welt und modernen Elementen geändert: Sie ist jazziger geworden, tendiert immer mehr in Richtung Kunstmusik.
Was keineswegs ein Schaden ist. Denn andernfalls hätte die Sandgrube in Krems sicher nicht jene Sternstunde der Blasmusik erlebt, die ihr der russische Hornist Arkady Shilkloper bereitet hat. Shilkloper, lange Zeit im Bolschoi-Theater und bei den Moskauer Philharmonikern tätig, hat in den vergangenen Jahren das Waldhorn auf Jazzfestivals wieder salonfähig gemacht - und wurde heuer als "Artist in Residence" zur Musikanten-Werkstatt in die Wachau geladen.
Im Verein mit einer exzellenten Combo und der soliden Trachtenkapelle Rossatz zeigte er, was Blasmusik alles vermag: Sie kann "mit Pauken und Trompeten" donnern, weiche Klangteppiche auslegen, subtile Rhythmen entwickeln. Shilkloper und mit ihm der kongeniale Christian Muthspiel verzauberten: wie sie lyrische Alphorn-Klänge durch die Weingärten hallen ließen, Horn und Posaune unerhörte Klänge entlockten, Alphörner zu "Alperidoos" umfunktionierten." (Martin Kugler, Die Presse)
Die Bildergalerie auf http://www.glattundverkehrt.at , vermittelt einen Eindruck von der wunderbaren Atmosphäre des heurigen Festivals.
Der Koveranstalter ORF Radio Ö1 zeichnete alle Konzerte des Hauptprogramms auf. Die genauen Sendezeiten der Mitschnitte (Nachsendungen) sind auf http://oe1.orf.at/ , zu erfahren.
Eine von ORF Radio Ö1 und NÖ Festival koproduzierte CD mit den Höhepunkten von Glatt&Verkehrt 2006 erscheint voraussichtlich noch vor Weihnachten.
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