Reinhard Nowak. Unter 12 Millionen Spermien gewann er das regionale Heimspiel mit einem Vorsprung von 1,2 Millimetern und disqualifizierte somit alle seine möglichen Geschwister. Von da an wusste Nowak: Ich bin zum Sport geboren! Schon wenige Sekunden nach seiner Geburt begann er daher mit Sport: Stretching. Die nächsten Monate stählte er seinen Körper mit regelmäßigem Training: Sit-Ups, Rolle vor - und rückwärts und schwimmen in orangen Plastiktrögen. Sein Eifer ließ seinen langjährigen Sparring-partner Mama Nowak kaum ein Auge zutun. Nach einem harten Trainingsjahr war er bereits fit für die ersten Schritte, wechselte, verbissen wie er war, bald zum Lauftraining. Anfangs widmete er sich nur kurzen Distanzen... vom Hocker zum Herd, später folgte Langlauf bis in den Kindergarten. Dort begegnete er den ersten Ballspielen. Völkerball, Fußball. Und der Ball sollte sein Schicksal werden.
Reinhard Nowak, ein Bilderbuchathlet, ein Sportler aus ganzer Seele. Nach 40 jähriger Sportlerkarriere, die Reinhard Nowak sich mühsam mit nächtlichen Nebenjobs als Kabarettist und Schauspieler verdienen musste, weiß er vieles zu erzählen. Von seinem ersten Sprinterfolgen in die Toilette der Volksschule, nachdem er einen Stärkeren geärgert hatte, von seinem legendären Auftritt als Bodenturner in der Wiener Stadthalle, seine ersten Eishockeymatches mit den erniedrigenden weißen Dameneislaufschuhen ... spätestens seit seinem ersten Schulschikurs auf geliehenen Holzskiern mit geschraubten Kanten weiß Nowak, dass das Material über Sieg und Niederlage entscheidet. Denn er konnte sich damals keine Freundin aufreißen ...
Bereits mit 11 wusste der sportlich frühreife Nowak, dass eine Rissquetschwunde zu Fußball gehört wie die Bänderzerrung zu Squash. Auch dass bei Basketball kleinere Spieler die Schläge statt in die Rippen direkt ins Gesicht bekommen, erkannte Nowak intuitiv. Den schmerzhaften Unterschied zwischen einem freiwilligen und einem unfreiwilligen Abstieg von einem Pferd kann Nowak uns genauso einleuchtend erklären, wie die Gefahr des Fechtens ohne Gesichtsschutz. Gern erzählt er von seinem Traum, Tennislehrer zu werden und die Beendigung dessen durch einen Bandscheibenvorfall. Dass man nach einer anstrengenden Mountainbiketour, bei der man sich selbst überschätzt hat, sogar zum Bremsen zu müde sein kann, und dieser Umstand sich eventuell in einem schmerzhaften Schotterausschlag bemerkbar macht, vermag er bereits wieder mit einem Lächeln zu erzählen. Wenn jemand jetzt den Eindruck bekommen sollte, dass Sport weh tut, so hat er recht. Doch das ganze Leben tut von Beginn an weh. Oder haben sie schon ein Baby grinsend zur Welt kommen gesehen?
Ein Leben ohne Sport? Für Reinhard Nowak unmöglich. Denn Sport ist Leben. Sport ist Heraus-forderung, die Begegnung mit den eigenen Möglichkeiten und Erfahrung der eigenen Grenzen. Lust und Frust, Sieg und Niederlage, Wut und Freude, Spannung und Entspannung gehen Hand in Hand. Und wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen. Und Reinhard Nowak hat gewonnen. Den Kampf gegen sich selbst, gegen den inneren Schweinehund und gegen die Suche nach dem Sinn des Lebens. Denn er hat ihn gefunden. Mit 40 Jahren. Und er ist bereit, euch an seinem mühsam ange-worbenen Wissen teilhaben zu lassen. Denn sein Wissen machte ihn gütig. All ihr Suchenden kommt und lauscht seinen Worten, die da sind: Golf ist der wahre Sinn des Lebens!
Sa 23.9. um 19.30 Uhr im Stadtsall Mistelbach, Karten im Kulturamt Mistelbach unter 02572/2515-5262 oder mailto:kabarett@mistelbach.at , Informationen im Internet unter http://www.mistelbach.at , Stadtgemeinde Mistelbach, 02572/2515-5261