Begrüßung: Hans Peter Haselsteiner
Zur Ausstellung: Stefan Bachleitner
Ausstellungsdauer: 20.10.- 17.11.2006
DEBORAH SENGL / ERTARNUNGEN
Das Werk der Künstlerin wurde beim Strabag Art Award 2006 mit einer Anerkennung gewürdigt und wird in einer großen Einzelausstellung in der Art Lounge im Strabag Haus gezeigt. Der mit EUR 10.000 dotierte Art Award sowie vier Anerkennungen in der Höhe von je EUR 2.000 wurden am 11.Mai 2006 zum elften Mal in der Art Lounge im STRABAG HAUS vergeben. Der Preisträger des Art Award 2006 ist: SIGGI HOFER. Die Annerkennungen erhielten: SEVDA CHKOUTOVA, BERTRAM HASENAUER, DRAGO PERSIC, DEBORAH SENGL.. Der jährliche Kunstförderungspreis für Malerei und Grafik ist österreichischen Künstlern bis 40 Jahre gewidmet.
Deborah Sengl - Ertarnungen
Mit Ironie und Sarkasmus schildert die Künstlerin Deborah Sengl ihre "Ertarnungen": Mischwesen aus Tier und Mensch, Opfer und Täter. Hierarchien zwischen den Lebewesen, gentechnische Veränderungen, Tarnung und (Selbst)Täuschung, Imitation, Verkleidung und Persiflage sind Themen ihres Gesamtkonzepts. In ihrer Malerei, Medienkunst und Skulptur aus Tierpräparaten verweist Deborah Sengl kritisch auf die Ambivalenz zwischen Sein und Schein, Gut und Böse. Barbara Baum, Strabag Kunstforum
Wir verleugnen unsere tierische Vergangenheit oder bezeichnen diese zumindest als unsere "niedere" Natur und verdrängen sie. Ein ambivalentes Verhalten lässt die Menschen sich aber immer noch nach den tierischen Kräften sehnen, obwohl die Angst existiert, das Menschsein zu verlieren....Deborah Sengl, als ausgebildete Künstlerin und Biologin, bietet in ihrer Arbeit einige Möglichkeiten an, die sich aus dieser Konsequenz ergeben. Sie reagiert dabei auf Phänomene, die einerseits tatsächlich in der Natur vorkommen - die Ameisenspringspinne imitiert das Aussehen der eigenen Beutetiere - oder erfindet Varianten ähnlichen Charakters (Tarnung und Täuschung). Die Tarnung ist eine der einfachsten Formen, sein Äußeres zu verändern und somit die Umwelt zu täuschen. Die Gentechnik als wesentlich komplexeres System bestimmt hingegen neue Formen der Existenz.....Somit empfinden wir uns ständig in Relation zum Tier oder eben mit den verschütteten Vorstufen unserer Entwicklung. Heute verwandeln wir unsere Haustiere in "Pelz- und Federmenschen", damit wir ihre menschliche Natur besser in uns sehen können. Somit haben wir eine Projektionsfläche gefunden, die uns Zuneigung, Hass und Macht konsequenter ausleben lassen.
Günther Holler-Schuster, Kurator, Neue Galerie, Graz
Barbara Baum, Tanja Skorepa
Strabag Kunstforum, Donau-City-Straße 9, 1220 Wien
Tel: +43/ (0)1/ 22422 -1848, mailto:kunstforum@bauholding.at .
http://www.strabag-kunstforum.at .