"Ich habe in meinem Leben noch keinen einzigen Lauf gehabt. Von einem Lebenslauf kann bei mir also keine Rede sein." So ernüchternd bilanziert Martin Wagner gleich zu Beginn seines Kabarettprogramms "ERNSTLN oder die Himmelfahrt eines unbelohnten Helden". Reduziert man den Begriff "Lauf" aber nicht auf das Breittreten von Glück, sondern sieht darin auch eine höchst amüsante Abfolge sich verquer, wie tiefsinnig überschlagender Gedankengänge, wird dieser midlifige Jungkabarettist sehr schnell als schamlos unterhaltender Lügner entlarvt. Als staubtrockener Räsonierer, der mit "Ernstln" einen "Lauf" hinlegt, der von pränatalen Besitzansprüchen in den späten 50er Jahren und dem sich ankündigenden Wirtschaftswunder, über die Kehrseite einer zu späten Geburt (unter anderem auch bezüglich der sexuell revoltierenden 60er), bis hin zu einem traumhaften Abgang samt jenseitiger Analysen des Diesseitigen unsere schwärzesten Seiten vorführt.
Dabei gelingt es ihm in eher beiläufigen bis kasperlesken Reminiszenzen Lachmuskelstränge und Hirnwindungen so wirr zu verknüpfen, dass man diese - zumindest während der Vorstellungen - kaum mehr voneinander trennen kann. Locker, frech, treffend und immer um die Spur direkter, als man rechnet ist "Ernstln" eine Einserbank auf einen unterhaltsamen Abend, auf die man (sich) unbedingt setzen sollte.
Termin "ERNSTLN oder die Himmelfahrt eines unbelohnten Helden"
Do., 11. Jänner 2007, 20:00 Uhr, Krems-Stein, Salzstadl, Donaulände 32
Reservierungen unter 02732/70 312
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