Wortfront - Lieder eines postmodernen Arschlochs - Lassen Sie sich vom Titel nicht abschrecken!
Ein bisschen Sehnsucht zum verpfänden,
Und ein paar Taten an den Händen - die schmutzig machen
Auf dem Dach erhängte Klagen
Und ein paar verdrängte Fragen - die stutzig machen
Ne Handvoll Treibsand fürs Getriebe
Und ein halbes Kilo Liebe - zum selber mischen
Ein Stück Mut mit Schweissschutzbrille
Und ne Packung freier Wille - zum Arschauswischen.
(Aus dem Lied: "Beifahrer der Belanglosigkeit von Roger Stein )
In klarer Sprache und mit deutlichen Bildern schreibt sich Roger Stein den Zeitgeist von der Seele. Witzig und respektlos, böse und voller heimlicher Liebe zu den Menschen; endlich ein klarer Widerspruch zur Comedy-Vermüllung, und zugleich leichtfüssige Unterhaltung. Die Musik von WORTFRONT® ist erkennbar von HipHop-Vorbildern inspiriert, doch mit der ungewöhnlichen Besetzung Geige-Cello-Computer wildert sie ebenso ungeniert in klassischer Kammermusik.
Diese Mischung ergibt nicht zuletzt durch die fröhliche und lebenslustige Kraft von Roger Stein im Zusammenspiel mit Sandra Kreislers bildmächtiger dunkler Stimme einen Theater-Lieder-Abend, der sich jeglicher Schubladisierung entzieht.
Roger Steins Sound hiphopt mit Poesie und Widerstand zugleich. Seine Texte in bester Tradition der Wiener Abgründigen: sensibel und brutal ehrlich zu sich selbst ironisieren und sprengen sie den Zeitgeist" (Günther Wallraff)
WORTFRONT® sind: Roger Stein & Sandra Kreisler (Texte & Musik) (Künstlerische Gesamtleitung)
Sowie: Geige: Lucy Hall, Cello: Arne Kircher
http://www.wortfront.com .
Westfälische Rundschau - 13. Feb. 2006
"Erst mal ein Kaffee"
"Bravorufe und Jubel. Zugabe um Zugabe forderten die begeisterten hammer-Gäste. "Wortfront" - das sind Sandra Kreisler (Gesang und Gesamtleitung), Roger Stein (Gesang, Texte, Musik), Lucy Hall (Geige) und Arne Kircher (Cello). Die melancholische Musik zwischen Klassik, HipHop und Chanson, gespickt mit elektronischen Effekten, überraschte und verzückte. (...) Die "Lieder eines postmodernen Arschlochs" erzählten von jung-dynamischen Besserwissern voller Eigeninitiative. Von Marie, die rauchte und trank und sich ganz ungeniert im Schritt kratzte. Sie sprachen von der Ehe, der "Klein GbR, die die Rasse Mensch erhält". Wortgewandt spielten sie mit den Stimmungen der Zeit. Humorvoll, selbstironisch, melancholisch aber nicht pessimistisch. Da folgt auf die hochtrabende Litanei, was man alles tun sollte, die Frage nach dem, was man will: "erst mal ein´ Kaffee". Auf dem Weg aus dem Jammertal erscheint die Bedienungsanleitung als emotionaler Höhepunkt: "Ich gratuliere Ihnen zum Kauf dieses Produkts." Die Alternative, "Werde Fußgänger von Beruf", schön langsam, alles andere ist unprofessionell. (...) 12.02.2006 Von Dana Risse
Info und Karten:
Bühnenwirtshaus Juster, 3665 Gutenbrunn 3, T: 02874 6253;
mailto:tickets@buehnenwirtshaus.at , http://www.buehnenwirtshaus.at .