Die Hollabrunner Galerie grenzART widmet aus aktuellem Anlass die nächste und dritte Ausstellung des Jahres 2007 den Werken von Adolf Frohner. Die Ausstellung wird am Freitag, 13. April 2007 um 19 Uhr von folgenden Persönlichkeiten eröffnet: LH Dipl.-Ing. Dr. Erwin Pröll, Prof. Dr. Manfred Wagner und Dir. Mag. Reinhard Diem. Das Weingut Zöhrer aus Oberstinkenbrunn schenkt Qualitätsweine zum Verkosten aus.
Die Galerie grenzART stellt frühe Arbeiten und grafische Werke von Adolf Frohner, der als einer der bedeutendsten Maler Österreichs gilt und der völlig überraschend am 24.1.2007 in seinem 73. Lebensjahr verstarb, aus. Darunter befinden sich auch noch nie der Öffentlichkeit vorgestellte Werke Frohners. Mit Leihgaben vom Landeskrankenhaus Weinviertel Hollabrunn, der Stadtgemeinde Hollabrunn und von einigen Privatpersonen gelingt es der Galerie, einen Einblick in das Werk von Adolf Frohner zu geben.
Die Eröffnung nehmen Menschen aus dem Umfeld von Adolf Frohner vor: Zuerst spricht LH Dr. Erwin Pröll, der Adolf Frohners Tod sehr bedauert: "Es ist ein schwerer Verlust, weil Adolf Frohner einen wesentlichen Beitrag geleistet hat, dass er als international anerkannter Künstler den Ruf Niederösterreichs als Kulturland unglaublich vermehrt hat. Er hat Niederösterreich durch seine Werke ein unverwechselbares Profil gegeben."
Prof. Dr. Manfred Wagner, der seit 1974 Vorstand der Lehrkanzel für Kultur- und Geistesgeschichte an der Universität für angewandte Kunst in Wien ist, schrieb gemeinsam mit Adolf Frohner das Buch "Frohner Malerei oder `Die gebrochene Leiter`", das 1993 erschien. Die Arbeitsschwerpunkte von Prof. Wagner liegen in: Bildende Kunst, Musik, Kultur- und Bildungspolitik, Kulturförderung, Medienforschung und Rezeptionsforschung. Mag. Reinhard Diem, Direktor der Volksbank Donau-Weinland Hollabrunn, Vertreter des Hauptsponsors der Galerie eröffnet die Ausstellung.
Adolf Frohner wurde 1934 in Groß-Inzersdorf in Niederösterreich geboren. Mit achtzehn Jahren ging er nach Wien, wo er bis 1961 in verschiedensten Berufen tätig war. In diesen Jahren besuchte er auch die Akademie der Bildenden Künste als Gasthörer. Ein Stipendium ermöglichte ihm 1961 einen Parisaufenthalt, bei dem er der Kunst, insbesondere dem Kreis der "Nouveaux Realistes", sehr nahe kam. Frohner entschloss sich, als freischaffender Künstler zu arbeiten. Seine ersten Materialbilder lassen den Einfluss der "Neuen Realisten" gut erkennen.
1962 begründet Frohner, gemeinsam mit Hermann Nitsch und Otto Mühl mit der Aktion und dem Manifest "Blutorgel" den Wiener Aktionismus. Wenig später trennt sich Frohner von den Aktionisten, da er nicht vor Publikum arbeiten will. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit betätigte sich Frohner als Kunstkritiker. Seit diesen frühen 1960er Jahren werden die Werke Frohners in wichtigen Galerien und Museen der Welt gezeigt, u.a. bei der Biennale in Venedig (1970) und 1993 im Künstlerhaus in Wien. 1972 wird Frohner als Professor an die Hochschule für angewandte Kunst berufen, wo er 1987 zum Dekan und von 1989-1991 zum Prorektor gewählt wurde.
Adolf Frohner wurde durch zahlreiche Preise, u.a. durch den österreichischen Staatspreis 1972, ausgezeichnet. Nach seiner ersten aktionistischen Werkphase und den Materialbildern, hat sich Frohner immer mehr auf die reine Malerei und auf Zeichnungen konzentriert. Die Themen seiner Bilder, hauptsächlich gefesselte und vergewaltigte Frauen als Sinnbilder der Gewalt, erinnern aber weiterhin an seine Anfänge im Aktionismus. Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte Frohner noch am Spatenstich für das Frohner-Forum in Krems in Niederösterreich teilgenommen.
Die Ausstellung ist bis Samstag, 5. Mai 2007 jeweils donnerstags und freitags zwischen 15 und 18 Uhr, samstags und sonntags zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet. Ausstellungseröffnung: Freitag, 13. April 2007 um 19 Uhr, Galerie grenzART, 2020 Hollabrunn, Koliskoplatz 6, mailto:office@grenzart.org , http://www.grenzart.org .