Bei der Eröffnung von "Raum: Konkret" im Waidhofner Museum und in der Galerie Pendel stellten die Ausstellungskuratorinnen Silvie Aigner und Theresia Hauenfels das Ausstellungskonzept vor, das sich mit der Frage nach raumgreifenden Kunstwerken befasst. Während bei der Ausstellung im Museum am Oberen Stadtplatz bewusst nur die Wand bespielt wird, greifen am Galeriestandort am Unteren Stadtplatz die Werke in die architektonischen Gegebenheiten der Ausstellungsräumlichkeiten ein. Große Anerkennung erhielt die Ausstellung durch einen der anwesenden Gäste, dem Direktor des Landesmuseums St. Pölten. Carl Aigner kommentierte: "Diese Ausstellung könnte ebenso in Paris stattfinden."
In Jakob Gasteigers aktuellen Arbeiten - zu sehen im Museum - rückt die Technik der mittels Kamm durch die Farbe gezogenen Linie wieder stärker in den Mittelpunkt. In einer Art Kombination von freien, gestischen Farbflecken und Pinselstrichen und strenger in Schwarz gehaltener materialdichter Struktur, variiert Jakob Gasteiger eine bereits in früheren Bildern angelegte Formensprache. Die bei Fritz Ruprechter mit Wachs und Farbe behandelte Oberfläche ist von besonderer formaler Wirkung. Die Reliefbilder sind aus Materialstreifen zusammengesetzt und verstehen sich als eine Art ebenso konzeptuelles wie präzise ausgeführtes Puzzle. In den aktuellen Arbeiten von Barbara Höller wird mittels Spritze Silikon auf den Bildträger aufgebracht. Die Linie scheint sich ungebrochen auf der Leinwand auszubreiten und thematisiert einmal mehr, das Material Farbe. Die "Netze" von Gabi Mitterer konfigurieren Raumsituationen mit weißem Strich vor schwarzem Hintergrund. Wie die Arbeiten der Künstlerin im Allgemeinen, spielen auch die "Netze" mit der visuellen Ästhetik von Computersimulationen, sind aber in feinster Handarbeit gemalt. Auf der genauen Zeichnung mit der Hand basieren die großdimensionierten, roten, runden Flächen von Christine Baumann. Der Kreis als Thematik zieht sich als Leitmotiv durch das Werk von Christine Baumann. In der aktuellen Ausformung in deren Zusammenrottung in Form von "Poppies", die über die Wand verstreut sich ihres farbenfrohen Daseins erfreuen.
Markus Hofer bezieht sich direkt auf die architektonischen Gegebenheiten: Er setzt eine schwarze Box in den Lichtschacht des Museums-Raums, darunter steht in gespiegelter Schrift "ICH HEBE DICH HOCH" und thematisiert auf ironische Weise die Erhabenheit der Kunst.
Der zweite Teil der Ausstellung befindet sich im historischen Gewölbe des Projektträgers von raumimpuls, dem Verein Kunstbank Ferrum-Kulturwerkstätte. Die Auseinandersetzung mit geometrischen Formen, etwa bei Gerold Tagwerker ein Kubus aus Licht, der sich auf fotografischer Ebene in Form der beleuchteten Fenster einer Nachtaufnahme eines Hochhauses wieder findet, zieht sich ebenfalls durch die Ausstellung.
Von Ruth Schnell, die sich seit vielen Jahren mit den Schnittstellen zwischen dem realen und dem virtuellen Raum befasst, sind Lichtarbeiten zu sehen, bei denen die Durchdringung des Raums über die semantischen Impulse, die von den Objekten ausgehen, erfolgt. Die in Neon ausgeführte Lichtskulptur von Uwe Hauenfels schreibt sich als geometrische Zeichnung in den Raum ein. Bei Brigitte Pamperl werden leuchtende Luftpolster zur Codierung von künstlichem "Atem", da die Luft rhythmisch und elektronisch gesteuert gegen die Einschnüren aus Acrylbändern presst und die Einengung durch das Licht verstärkt werden.
Museum, Oberer Stadtplatz 32, 3340 Waidhofen/Ybbs
Bis 6. Mai, Sa-So 10.00 - 17.00 Uhr
Galerie Pendel, Unterer Stadtplatz 8, 3340 Waidhofen/Ybbs
Bis 6. Mai, Fr 16.00-19.00 Uhr, Sa 10.00-13.00 Uhr, So 15.00-18.00 Uhr
raumimpuls ist ein Projekt des Vereins Kunstbank Ferrum - Kulturwerkstätte
http://www.raumimpuls.at .