Kostenloser Shuttlebus von Wien nach Grafenegg: ab Wien, Universität, Grillparzerstraße / Ecke Rathauspark, Abfahrt: 12.30 Uhr. Rückfahrt: ca. 17.00 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten unter (0)2742 9005 16273
Im Zuge der erfolgreichen Eröffnung des Musikfestivals Grafenegg auf der von the next ENTERprise errichteten Open-Air Bühne wurde auch der Schlosspark von Grafenegg nach den historischen Gestaltungsprinzipien eines Landschaftsgartens des 19. Jahrhunderts wieder belebt. In diesem Ambiente entsteht in den kommenden Jahren das Projekt "Kunst im Park. Schlosspark Grafenegg".
Mit dem Schloss Grafenegg, eines der wichtigsten historistischen Gebäude Österreichs im Hintergrund, lädt die Jury von kunst im öffentlichen raum niederösterreich insgesamt acht KünstlerInnen ein, sich kritisch mit der der Kunst zugesprochenen Rolle der Inszenierung und der Repräsentation, auseinanderzusetzen. Der Buchsdom Tower von Mark Dion (1961, Massachusetts) ist die erste fertig gestellte Arbeit. In den kommenden Monaten werden ein im Schlosspark gedrehter Film von Catrin Bolt (1979, Kärnten), eine Trinkwasserbrunnen von Marjetica Potrč (1953, Slowenien) sowie ein etwas anderes Denkmal von Little Warsaw (András Galik und Bálint Havas, 1070 bzw. 1971, Ungarn) eröffnet.
Buchsdom Tower
von Mark Dion
Die BesucherInnen sehen nun auf ihren Spaziergängen durch den Schlosspark einen baufällig anmutenden Ziegelturm aus dem ausgewachsenen Buchsbaum Rondell, rechts vom Schloss gelegen, herausragen. Wenn sie den märchenhaft anmutenden "Buchsdom" betreten, eröffnet sich im unteren Teil des Turms ein Diorama mit einem bereits zum Teil verwesten Reh, eingebettet in ein groteskes, kunstvolles Szenario von Tod und Verfall mit Kleintieren, spezifischen Pflanzen und Pilzen. Die Szenerie wird von oben mit natürlichem Licht beleuchtet.
Die Arbeit von Mark Dion dreht sich um natürlichen und künstlichen Zerfall, wobei sich der Künstler der artifiziellen Sprache von Staffagebauten bedient, die in frühklassizistisch-romantischen Landschaftsparks sehr beliebt waren. Diesen Bauten, wie antike Tempel, chinesische Pagoden, gotische Ruinen und Grotten kamen keine konkret baulichen Funktionen zu, sondern sie spiegelten den Eklektizismus jener Zeit wider. Der Ziegelturm wiederum verweist auf das Faible für Schein-Ruinen in der Zeit der Romantik.
Mark Dions Skulpturen und Installationen sind kuriose Mikrokosmen, verführerische Inszenierungen, die sich gerne des melancholischen Charmes von Naturkundemuseen bedienen. Dabei entfaltet der Künstler vielschichtige Untersuchungen unserer Umwelt, ihrer Darstellung und gesamtgesellschaftlichen Bezüge. In seinem Blick auf die präsentierte und gestaltete Natur geht es wesentlich um das Verständnis der sich dahinter verbergenden Konzepte von Natur und Gesellschaft.
Kontakt:
Katrina Petter, Abt. für Kultur und Wissenschaft
mailto:katrina.petter@noel.gv.at , (0)2742 9005 13504