mica - music austria stellt fair music, die erste weltweite Initiative für Fairness und Gerechtigkeit in der Musikwirtschaft, vor. fair music tritt für die Erhaltung kultureller Vielfalt, den Schutz künstlerischer Freiheit, die Etablierung fairer Regeln im Musikleben und die deutliche Stärkung der Stellung von KünstlerInnen und HörerInnen ein. Um diese Ziele zu erreichen, entwickelt die Initiative gemeinsam mit dem Internationalen Musikrat der UNESCO (IMC) und NGOs aus Musik und Kultur Standards für die Zertifizierung von fair produzierter und vermarkteter Musik. Die Online-Plattform http://www.fairmusic.net , informiert aktuell und bietet Gelegenheit, sich an der Initiative zu beteiligen.
Das "Menschenrecht" auf Musik
Musik ist ein "Menschenrecht": Musikfans haben ein Recht darauf, genau die Musik zu hören, die sie hören möchten. Musikschaffende weltweit haben ein Recht darauf, für ihre Leistungen und Ideen Anerkennung und Bezahlung zu finden. Musikfans, die eine CD kaufen oder für einen Download bezahlen, sollen in Zukunft davon ausgehen dürfen, dass ein fairer Teil ihres Geldes die KünstlerInnen erreicht. Allzu oft ist das heute nicht der Fall, denn die etablierten Strukturen der Musikwirtschaft und die oft langen Vertriebswege verschlingen viel Geld. Es fehlt überdies ein weltweites Urhebervertragsrecht, das KomponistInnen und MusikerInnen vor nachteiligen Verträgen und in ihrer künstlerischen Freiheit schützt. Besonders prekär ist die Situation von Musikschaffenden in den Ländern des Südens, denen vielfach der Zugang zu den Weltmärkten durch den Umweg über die westliche Musikindustrie de facto verstellt ist.
Was will die fair music Initiative?
fair music, initiiert von mica - music austria, tritt für die Etablierung fairer Regeln im Musikleben ein: den Schutz künstlerischer Freiheit, ausgewogene Verträge für Musikschaffende, faire Honorierung von KomponistInnen und MusikerInnen, sowie eine gerechte Verteilung der Chancen für kleine ProduzentInnen weltweit und speziell für MusikerInnen aus den Ländern des Südens. fair music greift die Erfahrungen der Fair Trade Organisationen mit Nahrungsmitteln auf, trägt sie in die Welt kultureller Güter und Leistungen und setzt sich für faire Standards in der Musikwirtschaft ein.
"Die aktuellen Veränderungen in der Musikbranche lassen keinen Stein auf dem anderen. In der Diskussion um Globalisierung und Digitalisierung wollen wir Kunst und Kultur eine stärkere Priorität geben und die Allianz zwischen Musikschaffenden und Fans weltweit fördern. Beide sollen gleichermaßen aktiv an dem kommunikativen Prozess Musikproduktion teilnehmen können", erklärt Initiator und mica-Geschäftsführer Peter Rantasa. Künstler und mica-Präsident Wolfgang Seierl ergänzt: "Das musikalische Angebot wird durch Marktinteressen verzerrt. Mit fair music wollen wir dem entgegen wirken und die kulturelle Vielfalt sichern."
Wie arbeitet fair music?
Die fair music Initiative hat ihre Forderungen im "fair music Manifest" zusammengefasst und begonnen, eine globale Allianz für Fairness in der Musikwirtschaft zu bilden. Das Projekt ist Teil der Umsetzung der UNESCO Konvention zum Schutze kultureller Vielfalt und genießt die Unterstützung der Österreichischen UNESCO-Kommission. NGOs wie der Internationale Musikrat (IMC) und der Europäische Musikrat (EMC) begleiten das Projekt. Dr. Franz Patay, Generalsekretär des IMZ - International Music + Media Centre, Vorstandsmitglied des IMC - Internationalen Musikrates der UNESCO und ehemaliger Geschäftsführer des Wiener Mozartjahrs 2006, über die Initiative: "Wir wollen einen internationalen Konsens über Standards für die Zertifizierung fair produzierter und vermarkteter Musik herstellen. Wir arbeiten schon seit einigen Jahren daran. Die nächsten wichtigen Schritte werden beim Music World Forum in Beijing im Oktober 2007 und der WOMEX 2007 in Sevilla gesetzt."
In Stakeholder Consultations werden Standards entwickelt, die sowohl für Musikprodukte als auch für Handelskanäle zur Anwendung kommen, um diese zukünftig mit einem fair music Gütesiegel auszuzeichnen. Im Rahmen des diesjährigen Ars Electronica Festivals Anfang September in Linz wird erstmals der fair music Award an Unternehmen und Initiativen für Verdienste um Fairness in der Musikwirtschaft verliehen.
Online Plattform: fair music Weblog
Der fair music Weblog bietet - neben News, Hintergrund und Stories über Fairness in der Musik - auch die Gelegenheit, sich an der Initiative mit Ideen, Impulsen und Diskussion zu beteiligen: http://www.fairmusic.net .
Kontakt
Pressestelle der Initiative fair music
Tel: +43 1 524 43 00-69, 67
Mobil: +43 (0) 699 1 752 47 78
mailto:birgit.brandner@trimedia.at .