Friedrich Zawrel, Überlebender der NS-Euthanasieanstalt Spiegelgrund, im jahrzehntelangen Kampf gegen seinen Peiniger Heinrich Gross. Ein Stück österreichische Justizgeschichte dokumentiert von Elisabeth Scharang.
Nö Premiere + Publikumsgespräch mit Regisseurin Elisabeth Scharang (FM4) und Protagonist Friedrich Zawrel am 17.10. um 20 Uhr im Cinema Paradiso.
Friedrich Zawrel geriet als Kind in das perfide System der Rassenhygienik der Nationalsozialisten, überlebte die Euthanasieklinik "Am Spiegelgrund" und scheiterte daran, sich in der jungen Zweiten Republik wieder in die Gesellschaft einzufügen.
Als Gelegenheitsdieb wird er 1975 psychiatrisiert und trifft dabei auf seinen Peiniger aus der NS-Zeit, Heinrich Gross. Erneut im Gefängnis, beginnt Zawrel seinen Kampf gegen den ehemaligen Naziarzt. Unterstützung erhält er vom Journalisten Florian Klenk, der auf ein Geflecht von Vertuschungen, Schuld und Scham stößt, als er die Geschichte des NS-Arztes und seines Opfers neu aufrollt. "Meine liebe Republik" lässt Zawrel seine Geschichte erzählen und beobachtet das mutige wie beharrliche Anrennen gegen eine Mauer des Vergessens und Verdrängens. Die Dokumentation sucht das Gespräch mit jenen, die heute noch in Ämtern, Gerichtssälen und psychiatrischen Anstalten den Geist eines Landes prägen, dem "immer alles nur passiert ist": der Anschluss, der Hitler, der Haider und der "Fall Heinrich Gross".
"Ein wunderbarer Film gegen die Demenz im Land. Und ein wunderbarer Film über Friedrich Zawrel, einen "Goscherten", der seine Rede gegen diese Demenz gerichtet hat. Falter"
17.10.07, 20 Uhr
Zusatzvorstellung: 26.10.07, 16 Uhr
Infos und Reservierung unter 02742 21 400 oder http://www.cinema-paradiso.at .