Ausstellungsdauer: 20. Oktober - 17. November 2007
Vernissage: Samstag 20. Oktober, 18 Uhr
Eröffnung: Mag. Alexandra Schantl, NÖ Landesmuseum
Elfriede Mejchar übte die Fotografie als Beruf aus. Für das Bundesdenkmalamt dokumentierte sie österreichisches Kulturgut. Parallel zu ihren "Auftragsarbeiten" entwickelte sie ihre eigenen inhaltlichen Schwerpunkte und Themenfelder, die sie in großen Werkgruppen teilweise über Jahrzehnte hinweg, fotographisch bearbeitete. Auf diese Weise ist ein erstaunlich vielschichtiges Werk entstanden, das in allen seinen Facetten die sehr persönliche, authentische Haltung von Elfriede Meljchar zur Wirklichkeit zeigt. Die Arbeit von Elfriede Mejchar wurde in den letzten Jahren mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt u.a.: Preis der Stadt Wien (2004), Würdigungspreis des Landes NÖ (2004) und des Bundeskanzleramtes (2002) für Fotografie. Ihre Serien "Tapetenbilder" und "Monats-Sessel" werden erstmals im kunstraumarcade gezeigt.
Robert Zahornicky greift in seiner jüngsten Arbeit auf vorhandenes Schriftmaterial zurück; Material ist hier im wörtlichen Sinn genommen, denn gemeint ist tatsächlich das mit Text bedruckte Papier, welches einer ungewöhnlichen Bearbeitung unterzogen wird, nämlich seiner Zerstückelung durch den Papierwolf. Zahornicky "vernichtet" Schriften aller Art, Bürokorrespondenz, Programmieranleitungen, Zeitschriftenseiten, Goethes "Faust" (als Reclamheft), das Örtliche Telefonbuch von Preßbaum bei Wien - Gedrucktes, das sich wohl in vielen Haushalten finden lässt. Übrig bleiben Haufen von Papierschnitzeln, die von Zahornicky in Nahaufnahmen so festgehalten werden, dass auf den vorliegenden Photographien nur mehr wenige, sich auf den fokussierten Papierstücken befindende Wortfragmente lesbar sind: USE (ITEM, PHISTO oder ahornic geben Hinweise auf den ursprünglichen, vollständigen Text: die Computeranleitung, den "Faust" (Mephisto), das Telefonbuch von Preßbaum, der Rest der Wortfragmente auf den Papierstücken löst sich in Unschärfe auf.
Was vordergründig wie ein provokanter, vielleicht ironischer Akt der Vernichtung von allgemein gebräuchlichem Schriftgut wirkt, könnte auf einer zweiten Ebene als ein Nachdenken über Schrift im weitesten Sinn verstanden werden, nämlich über Schrift als Verzeichnis von (ehemals) Vorhandenem. Ines Gebetsroither
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