Das Jugend- und Kulturhaus Triebwerk bietet 2008 wieder eine Reihe an Filmabenden an. An drei Terminen im Frühjahr, sowie bei drei weiteren im Herbst werden monatlich Filme zu zwei Themenblöcken gezeigt. Im Frühjahr regiert wie in ganz Österreich der Fußball, im Herbst widmet sich das "triebwerk.kino" den verschiedenen Facetten der Jugendkultur.
Da das Jahr 2008 ganz im Zeichen der Fußballeuropameisterschaft steht, setzt auch das Triebwerk auf Fußballkultur. Von Januar bis März 2008 wird an drei Filmabenden, der Fußball aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Mit verschiedenen Filmproduktionen aus unterschiedlichen Ländern soll die Mannigfaltigkeit der Fußballkultur veranschaulicht werden. Mit "Ultrà" wird eine der ersten Filmproduktionen zum großen Themenblock Fußball gezeigt, "Zidane - un portrait du 21e siècle" ist schon aufgrund des Stils einer der interessantesten Dokumentationsfilme der letzten Jahre und mit "Goal!" wird auch eine Hollywoodproduktion gezeigt, die vom Stil an ein modernes Märchen erinnert, und so den "American Dream" ins Fußballmilieu transferiert.
24.01.08
Ultrà (D.: "Ultra - blutiger Sonntag")
Nach zwei Jahren wird der Fanclub-Anführer Principe aus dem Gefängnis entlassen und beschließt, auf der bevorstehenden Auswärtsfahrt seines Clubs AS Rom nach Turin mit der alten Gang noch einmal richtig zuzuschlagen. Es kommt zu verschiedenen Wiedersehen, die nicht immer nach Principes Vorstellungen verlaufen, und endet in der Katastrophe, als der Hooligan aus privaten Gründen die Nerven verliert und einen eigenen Kameraden tötet. Beeindruckend dicht inszeniertes und gespieltes Jugendbandendrama aus Italien, dass trotz zahlreicher Auszeichnungen (Silberner Bär, Felix) nicht nur an die Cineastengemeinde adressiert ist, sondern ebenso anspruchsvollen Actionfans bekommen mag. Regisseur Ricky Tognazzi ("Kleine Missverständnisse") und sein junge Mannschaft bringen die Atmosphäre auf den Punkt und wissen Akzente zu setzen.
Regie: Ricky Tognazzi / Italien 1992 / Spieldauer: 89 Min.
21.02.08
Zidane - un portrait du 21e siècle (D.: "Zidane - ein Portrait im 21 Jahrhundert")
Es ist die 109. Minute im Finale der Weltmeisterschaft 2006, beim Spielstand von 1:1 zwischen Frankreich und Italien, da versetzt der französische Spielmacher Zinédine Zidane dem italienischen Abwehrspieler Marco Materazzi einen Kopfstoß und sieht die rote Karte. Frankreich verliert im Anschluss das Finale, das so verheißungsvoll mit einem Tor von eben jenem Zidane begonnen hatte, im Elfmeterschießen. Die 109. Minute, Schlusspunkt und Epitom einer einzigartigen Fußballerkarriere voller Licht und auch mancher Schatten.
Mit "Zidane - ein Portrait im 21. Jahrhundert" haben die Filmemacher Phillipe Parreno und Douglas Gordon dem Ausnahmefußballer Zidane ein filmisches Denkmal gesetzt. Ungewöhnlich ist dabei vor allem ihre Herangehensweise. Anstatt, wie man vielleicht denken würde, sich auf Zidanes Lebenslauf zu stützen, der wahrlich auch nicht uninteressant gewesen wäre, konzentrieren sie sich auf ein einziges Spiel. Ein Spiel, so sagt es Zidane selbst im Interview, wie er es jeden Sonntag erlebt.
Schauplatz des Geschehens ist das Bernabeu-Stadion in Madrid am Sonntag, den 23. Mai 2005. Der Gegner heißt FC Villareal. 17 Kameras hat das Team aufgebaut, die jede Bewegung Zidanes verfolgen, jede seiner Regungen auf Zelluloid verewigen. Nicht wie sonst üblich der Ball, sondern allein der Spieler mit der Nummer 5 steht im Mittelpunkt des Geschehens. Mal in Totalen, mal in extremen Close-Ups bewegt sich Zidane mit der ihm eigenen Eleganz und Dynamik über das Spielfeld. Und auch die Wahl des Spiels soll sich als richtig erweisen. Nachdem Madrid mit 0:1 in Rückstand geraten war, kann die Mannschaft schließlich doch noch 2:1 gewinnen. Die Flanke zum entscheidenden Tor liefert natürlich Zidane. Kurz darauf gerät Zidane mit seinem Gegenspieler Guique Alvarez in ein Gerangel und kassiert die vorletzte rote Karte seiner Karriere. Ironie des Schicksals?
"Zidane - ein Portrait im 21. Jahrhundert" ist kein Dokumentarfilm im herkömmlichen Sinne, sondern ein bewegtes Gemälde. Unterlegt mit Musik der britischen Band Mogwai, bietet der Film Bilder von teils berauschender Schönheit und Opulenz, die dem Betrachter tatsächlich den Spieler, wenn nicht gar den Menschen Zidane näher zu bringen scheinen.
Regie: Phillipe Parreno, Douglas Gordon / Frankreich 2006 / Spieldauer: 90 Min.
06.03.08
Goal! (D.: "Goal! - Lebe deinen Traum")
Der junge Santiago Munez träumt in Los Angeles von einer Karriere als Profifussballer. Doch die Realität sieht anders aus: jeden Tag muss er hart arbeiten, um die illegal eingereiste Familie über Wasser zu halten. Durch Zufall beobachtet ihn der britische Talentscout Glen Foy beim kicken und bietet ihm prompt ein Probetraining beim britischen Club Newcastle United an. Santiago wittert seine Chance und reist gegen den Willen seines Vaters ins Königreich des Fussballs. Hier weht ein anderer Wind - das Klima ist rau, das Training hart und die Mitspieler nicht gerade verständnisvoll. Einziger Lichtblick ist die hübsche Krankenschwester Roz, die ihm immer wieder Mut macht. Nach und nach erkämpft sich Santiago den Respekt von Trainer und Mannschaft und wächst schließlich über sich hinaus...
Das besondere an dem Film ist, dass er mit voller Unterstützung der Fifa entstand, und daher nicht mit Schauwerten geizt. Zinedine Zidane, Raúl, David Beckham und andere spielen sich selber, und auch Ronaldinho, Kaká und Milan Baro halten mal kurz die Nase rein. Da muss man teilweise schon zweimal gucken, um Fakt und Fiktion unterscheiden zu können.
Regie: Danny Cannon / USA 2005 / Spieldauer: 118 Min.
Die Filme beginnen jeweils um 19:30 - der Eintritt ist frei!
Alle weiteren Infos sind auf der Triebwerk Website zu finden: http://www.triebwerk.co.at .