Drama von Matthias Mander aus dem Weinviertel. Es geht um den Doppelselbstmord jenes Technik-Professors, der schon in den 30er-Jahren die Unhaltbarkeit jener Kettenbrückenkonstruktion vorhersagte, aber deshalb taktisch isoliert wurde. "Der Fall der Reichsbrücke" thematisiert den historisch belegten schärfsten fachlichen Konflikt wegen Art und Bauweise jenes Wiener Donauübergangs, der 1934 bis 1937 errichtet wurde und schon 1976 spektakulär eingestürzt ist. Der Held dieses Theaterstücks (und des Romans "Der Brückenfall") - Prof. Dr. Joseph Plach - personalisiert jene warnende Stimme, deren Berechtigung sich bereits während des Bauverlaufs drastisch erwies: gravierende Plankorrekturen und Konstruktionsreparaturen wurden möglichst unauffällig vorgenommen. Die Machthaber zogen ihr geologie- und technologiewidriges Prestigeprojekt durch... Plach warnte Letztverantwortliche - wie den Sektionschef im Handelsministerium -, entwickelte Sicherungsmaßnahmen gegen den ihm absehbaren frühzeitigen Brückeneinsturz. Trotzdem wurde das schließlich zur "unechten Kettenbrücke" geratene Bauwerk 1937 mit größtem Staatspomp eröffnet. 39 Jahre später erfolgte der katastrophale und tragische Beweis für die Wahrhaftigkeit jener Stimme, die während der heillos politisch verworrenen Errichtungszeit erstickt worden war: Prof. Plach wollte zuletzt sogar mit seinem und dem Freitod seiner Frau die Verantwortlichen aufrütteln und künftige Brückenpassanten retten.
Aufführungen 12.2. bis 1.3. täglich außer So. + Mo. um 19:30 Uhr in der FBW - Freie Bühne Wieden, Wiedner Hauptstraße 60, Info: Matthias Mander, mailto:Mander@Mandl.com , http://www.freiebuehnewieden.at , Gruppen ab 5 Personen erhalten 50% Kartenpreisermäßigung, dies sind dann 10 Euro.