Gutruf ist in Niederösterreich als Gründer und langjähriger Leiter des "Weinviertler Kultursommers (WKS)" bzw. der "Internationalen Sommerseminare für bildende Kunst (ISoS)" bekannt. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihen traten zwischen 1982 - 1997 hervorragende Künstler und Wissenschaftler auf, wie u.a. der unvergessliche Oskar Werner, Fritz Muliar, Renate Holm, Heinz Holecek, Heinz Zednik, Otto M. Zykan, Kurt Schwertsik, Günter Neuhold, Emma Schmidt, Julian Schutting, Artur Rosenauer, Johann Kräftner, Peter Weihs, Roland Rainer. Als Kursleiter waren u.a. Paul Rotterdam (New York), Rebecca Little John (New York), Karl Korab, Marc Frising (Luxemburg), Ferdinand Welz, Rolf Meier (Winterthur), Erich Lessing und Gerhard Gutruf selbst tätig. Besonders heftige Reaktionen riefen seinerzeit Vorträge mit den Schwerpunkten Ortsbild und Umwelt hervor.
Als ausstellender Künstler macht sich Gutruf hierzulande rar - seine letzte große Personale war 1980/81 in der Österreichischen Galerie Belvedere. "Er ist kein Künstler in der österreichischen Tradition. Seine Ausstellungspräsenz hat er ins Ausland verlegt, statt sich dem regionalen Kunstmarkt in Österreich anzupassen." (Brigitte Borchhardt-Birbaumer im Katalog zur Peking-Ausstellung im Jahr 2000).
Gerhard Gutruf ist ein radikaler Einzelgänger der österreichischen Kunstszene, der seine Vision einer sehr persönlichen neuen Klassizität den strikten Vorschriften zeitgeistiger ästhetischer Doktrinen entgegensetzt. Seine Bilderfindungen entwickelt er im Spannungsfeld von Beschäftigung mit utopischen Ideen und profunder Kenntnis der Errungenschaften abendländischer Malerei. Wissenschaftlichen Testreihen vergleichbar, arbeitet Gutruf nebeneinander in unterschiedlichen Höhenlagen der Abstraktion, in vielen Techniken, an verschiedenen Themenkreisen: von der Studie vor der Natur über oft liebevoll ironische Variationen bekannter Meisterwerke bis hin zum bildnerischen Äquivalent raum-zeitlicher Problematiken. Als virtuos und gleichzeitig puristisch werden seine Bilder und Grafiken charakterisiert.
Im Konzerthaus Weinviertel zeigt Gutruf Beispiele aus seiner Serie "Kleine Variationen nach großen Meistern" (Studien und Miniatur-Ölbilder, die zuletzt in Kiew ausgestellt waren), Druckgrafiken, Aquarelle und Lavierungen mit chinesischer Tusche aus Rom und der Toskana. Außerdem einige seiner Stillleben, die einen zentralen Stellenwert in seinem Werk einnehmen: die Bedeutung des Gegenstandes wird vor allem in den "Schachtel-Bildern" auf ein Minimum reduziert, um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die grafischen bzw. malerischen Qualitäten der Arbeiten zu konzentrieren.
Für heuer ist noch eine Gutruf-Ausstellung in China geplant, im nächsten Jahr folgen zwei Präsentationen in den Niederlanden.
Eröffnung: Freitag 28. März 2008 um 19 Uhr, Ausstellungsdauer: 28. März bis 28. April 2008 täglich außer an Sonn- u. Feiertagen von 16-20 Uhr. http://www.art-schmidatal.at . Info: Konzerthaus Weinviertel, Horner Straße 7, 3710 Ziersdorf, Tel 02956/22 04-16 Mo bis Do von 07.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr Fr von 7.00 bis 12.00 Uhr, Info: http://www.konzerthaus-weinviertel.at .