Am 4. April öffnet das größte Römermuseum Österreichs, das Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg, seine Pforten mit einer spektakulären neuen Dauerausstellung. Viele bisher ungesehene Kostbarkeiten aus Roms Donaumetropole werden präsentiert. Der Focus der Ausstellung liegt auf dem Alltagsleben der Römer in Carnuntum. Einblicke in fast 400 Jahre römische Lebensweise zeugen vom einfachen Dasein eines Handwerkers ebenso wie vom aufwändigen Lebensstil eines hohen Würdenträgers. Anhand beeindruckender Fundstücke aus dem Museumsbesitz werden verschiedenste Aspekte wie "Luxus und Genuss", "Bauen und Wohnen" sowie "Kaiser und Kulte" veranschaulicht. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Kaiserkonferenz von Carnuntum im Jahr 308 n. Chr., die sich heuer zum 1700sten Mal jährt.
Seit dem Beginn wissenschaftlicher Forschung auf dem Boden Carnuntums war man sich der Notwendigkeit bewusst, ein geeignetes Römermuseum zu errichten. Das "Schatzhaus" des Archäologischen Parks Carnuntum wurde vom Architekten Friedrich Ohmann im Stil einer römischen Landvilla erbaut und bereits im Jahr 1904 von Kaiser Franz Joseph eröffnet.
Im Rekordtempo wurde das Museum über die Wintermonate zur Gänze umgebaut und mit einem neuen Zugangsbereich sowie einer neuen Ausstellungsarchitektur versehen. Im Zentrum steht die neue Ausstellung "Von Kaisern und Bürgern - Kostbarkeiten aus Carnuntum", die anhand der Schätze aus den Carnuntiner Sammlungen lebendige Geschichten aus 400 Jahren römischer Lebensweise erzählt. In der Aula im Erdgeschoß öffnet sich die Welt der orientalischen Götter. Jupiter Dolichenus und der heilbringende Gott Mithras begrüßen die Besucher und stimmen auf die eigentliche Ausstellung im Obergeschoß ein.
Der Themenkreis "Kaiser und Kulte" widmet sich den vergöttlichten Kaisern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kaiserkonferenz im Jahr 308 n.Chr. Die weltpolitische Bedeutung dieses Ereignisses ist vergleichbar mit einem heutigen Treffen der G7. Mehrere Themenbereiche erschließen dem Besucher ein Panoptikum römischen Lebens. Die archäologischen Fundstücke reichen dabei von Bronzestatuetten, Steinskulpturen, Werkzeugen und prächtigem Schmuck. Modelle und Repliken tragen zum Verständnis der komplexen römischen Gesellschaft bei. Auf welch dekadente Art es sich auch in Carnuntum leben ließ, zeigt das Thema "Luxus und Genuss": Austern, erlesene Früchte und bester Wein wurden nur im Luxusgeschirr aus purem Silber serviert. Auch die Körperpflege besaß einen hohen Stellenwert, man reinigte sich mit Schwämmchen, Schabern und Ohrlöffelchen. Nach einem ausgiebigen Bad wurden vor dem Spiegel Haare gezupft und anschließend ein zarter Duft von Rosenblüten aufgelegt.
Dem einfachen Handwerker waren andere Dinge im Leben wichtig: Sein Werkzeug aus Holz und Eisen, seine Feilen, Bohrer, Äxte und Sägen, sicherten ihm das tägliche Einkommen. Seine große Kunstfertigkeit erfreute die Reichen: Kostbare Terrazzo- und Mosaikböden, feinste Wandmalereien sowie Parfumfläschchen aus dünnstem Glas finden sich in der Ausstellung wieder.
Aussender / Pressekontakt: Archäologische Kulturpark Niederösterreich Betriebsges.m.b.H, Mag. Matthias Pacher, Hauptstraße 3, 2404 Petronell-Carnuntum, mailto:matthias.pacher@carnuntum.co.at , http://www.carnuntum.co.at , Tel 02163/3377-0