Man glaubt nicht, was jeder Mensch glaubt, was er für ein Mensch ist. (Johann Nestroy).
Wir Menschen sind für gewöhnlich soziale Wesen. Deshalb suchen wir Anerkennung und Liebe. Diese finden wir üblicherweise durch Leistungen und Fähigkeiten, gutes Benehmen und schließlich durch Aussehen und Wirkung. Es ist paradox, aber gerade in unserer Leistungsgesellschaft scheinen Aussehen und Wirkung eine wesentlich größere Rolle zu spielen, als Leistung. Wir bewerben nicht in erster Linie unsere Fähigkeiten, sondern ?verkaufen? uns zuerst (?Kleider machen Leute?) über unser Aussehen, unsere Wirkung. Die Gesellschaft spiegelt dieses Phänomen wieder. Man wählt kaum mehr Inhalte oder Ideologien, sondern Gesichter ? pardon! Persönlichkeiten. Politiker kupfern ihre Wahlslogans von der Werbebranche ab. Eigenwerbung funktioniert nicht über den Weg der Präsentation von Ideen, sondern über das Diffamieren von Mitbewerbern einerseits und Eigenlob (?Wir sind die Guten!?) andererseits. Mehr denn je geht es um die richtige Selbstdarstellung: Man mache sich also ein Bild von sich, male sich aus, wie man gesehen werden will, verpasse sich das entsprechende Outfit, übe sich ? am besten vor dem Spiegel ? in Posen, lege sich ein Image zu, stelle seine Authentizität außer Streit und trete am Ende des Tages als Abbild seiner gewünschten Persönlichkeit in die Öffentlichkeit. Aber Vorsicht: was in der Werbung und in der Politik Gang und Gebe ist, kommt im Privatleben nur selten gut an: Eigenlob.
Premiere: Sa 19. April 20.00 Uhr, weitere Termine: So 27. April, 4., 18. u. 25. Mai jeweils 18.00 Uhr, Sa 26. April, Do 1., Fr 2., Sa 3., Sa 17., Do 22., Fr 23. u. Sa 24. Mai jeweils 20.00 Uhr, Ort: Theaterstadl 2042 Guntersdorf, Bahnstraße 201, Info+Karten: Tel 02951/29 09 (Di 14-17, Do 8-11), www.tww.at .
Aussender: TWW Theater Westliches Weinviertel www.tww.at