Nach dem Belvedere und der Albertina eröffnet die Kokoschka-Dokumentation im Geburtshaus des Künstlers in Pöchlarn am 9. Mai 2008 ihre traditionelle Sommerausstellung unter dem Titel
?OSKAR KOKOSCHKA ? VON DER MODERNE ZUR ANTIKE?
Die Kokoschka-Dokumentation Pöchlarn macht sich zur Aufgabe, jeweils im Sommerhalbjahr verschiedene Aspekte aus dem Schaffen des in Pöchlarn geborenen Künstlers zu beleuchten. 2008, im Jahr repräsentativer Kokoschka-Ausstellungen in 3 großen österreichischen Museen, wird aus dem reichhaltigen Sammlungsbestand der Dokumentation Kokoschkas Beziehung zur Antike gezeigt, und ein Einblick in seine Arbeitsweise bei der Entstehung seiner druckgrafischen Werke versucht.
Oskar Kokoschka durchlebte fast das gesamte 20. Jahrhundert mit all seinen Menschen verachtenden Ideologien, verheerenden Kriegen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Vor diesem historischen Hintergrund zum heimatlosen ?Herumtreiber? geworden, fand er erst in späteren Jahren in der idyllischen Landschaft des Genfer Sees seinen Frieden und die einzigen Bleibe seines Lebens. Seine Gedanken und Bilder aber bewegten sich zunehmend in der Antike als sein großes äußeres und inneres Vorbild und können als Spiegel seines humanistischen Lebensentwurfes gesehen werden.
1961 bereiste Kokoschka Athen, Delphi, Sparta, Cape Sunion und Ägina. Die dabei gesammelten Eindrücke verarbeitete er in dem Lithographiezyklus HELLAS, der später in zwei Mappen mit insgesamt 26 Kreidelithographien veröffentlicht wurde.
1963 bis 1965 schuf Kokoschka mit 44 Kreidelithographien zu Homers ODYSSEE sein umfangreichstes graphisches Mappenwerk. Der Künstler identifiziert sich nach eigenen Worten mit dem ?Herumtreiber Odysseus?, seinen Irrfahrten, seinen Erlebnissen mit Nymphen, Riesen und anderen sagenhaften Wesen und mit seiner Rückkehr in die Heimat, die er sich erst erkämpfen muss. Bei seinen Studien zur Odyssee verweilte Kokoschka in APULIEN und fand in der urtümlichen Landschaft und den damit in Harmonie lebenden und arbeitenden Menschen den Schlüssel zum Verständnis Griechenlands. Die dabei entstandenen Zeichnungen zeigen auch keine klassischen Motive, sondern Szenen aus dem Alltag, zeitlose Lebensformen, wie sie auch den alten Griechen vertraut gewesen sein mochten.
Altgriechische Monumente, Szenen aus der Heldendichtung und zeitlose Lebensformen werden ergänzt durch den KOUROS, einen Plakatentwurf für die Olympiade 1972 in München. Damit wird eine Brücke zu unserer Zeit geschlagen.
Adresse: Kokoschka-Haus, 3380 Pöchlarn, Regensburgerstraße 29
Öffnungszeiten: täglich 9 ? 17 Uhr, Kontakte: Tel 02757/7656
Aussender: Andrea Falter, Büro für Kultur & Tourismus, Stadtgemeinde Pöchlarn, 3380 Pöchlarn, Regensburgerstraße 11, Tel 02757/23 10 11, Fax 02757/23 10 66, falter@poechlarn.at , www.poechlarn.at