Der Mundart-Marktstand - Eine Idee vom Amstettner Pensionistenheimleiter Franz Salzmann - hatte am Stephansharter Fronleichnamskirtag seine Premiere. Salzmann sammelt gemeinsam mit seinen Heimbewohnern seit Jahren alte Mostviertler Mundartausdrücke, die in Vergessenheit geraten könnten. Am Marktstand konnte man Mostviertler Worte aufgedruckt auf Gebrauchsgegenstände erwerben.
Über 3000 Mundartausdrücke stehen bei Franz Salzmann bereits auf der "roten Liste", der vom Aussterben bedrohten Mostviertler Mundartausdrücke, die er gemeinsam mit den Bewohnern des Landespensionistenheimes in Amstetten über Jahre gesammelt und auf der eigenen Internetseite www.mostviertler-dialekt.at aufbereitet hat.
Katrin Wölger und Elke Tscheliesnig haben die Idee von Salzmann aufgegriffen, Mundart nun auch auf einem Marktstand anzubieten. Erstmals konnte man daher in Stephanshart im Rahmen des NÖ. Viertelsfestivals Mundartwörter - aufgedruckt auf Kleidungsstücke, Taschen oder sogar auf kleine Gebrauchsgegenstände - erwerben. Zahlreiche Besucher suchten sich ihr Lieblingswort aus und sind nun Botschafter des Mostviertler Dialekts. Zu den Lieblingsgegenständen, die die Besucher mitnahmen zählten die Leiberl mit der Aufschrift "Kuhmamoi". Gezahlt wurde mit ein paar "Netsch" und einige Gäste kauften für ihre Liebsten auch das Herz mit dem "Eiei" drauf.
Am "OAT" (zu Ende) ist der Mundartmarktstand auf jeden Fall mit dem ersten Auftritt in Stephanshart noch lange nicht. Von 25. bis 29. Juni werden Katrin Wölger und Elke Tscheliesnig auf der Wieselburger Messe ausstellen und vielleicht geht sich auch noch ein Gastspiel am Kollmitzberger Kirtag im September aus. Bgm. Pressl aus Ardagger hat den Mundartmarktstand dorthin auf jeden Fall auch schon eingeladen.
Details zum Projekt OAT im Rahmen des NÖ: Viertelsfestival unter www.viertelfestival-noe.at/oat
Die Rote Liste der Mostviertler Mundart findet man unter www.mostviertler-dialekt.at
Das Prójekt OAT:
Sprache vermittelt kulturelle Identität und ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Region. Sprache wandelt und verändert sich; Worte, Wendungen, Begriffe verschwinden, andere kommen neu hinzu.
Worte ermöglichen uns eine differenzierte und präzise Ausdrucksweise. Für Befindlichkeiten oder Gegenstände gibt es ganz bestimmte Bezeichnungen, und zwar oft nur im Dialekt. Ältere Menschen sprechen in einer Mostviertler Sprache, die für ihre Kinder, Enkel und Urenkel oft gar nicht mehr verständlich ist. Aber das Aufschreiben hilft gegen das Vergessen.
Ein Beitrag zum internationalen Jahr der Sprache 2008. Eine Sammlung, auf die jeder zugreifen und die jeder erweitern kann. Eine lebendige Sammlung von Worten und Begriffen; Franz Salzmanns ?Rote Liste? der vom Vergessen bedrohten Mostviertler Mundart-Ausdrücke.
Am Marktstand liegt eine Liste der bereits gesammelten 3000 Worte auf und jedermann kann selbst weitere Begriffe namhaft machen. Man kann sich ein Lieblingswort aussuchen und dafür eine Patenschaft übernehmen. Man kann sich direkt vor Ort seine Kleidung mit seinem ganz persönlichen Mostviertler Lieblingsausdruck beschriften lassen. Oder eine Stofftasche, ein Leiberl oder Sonstiges mit einem ? vielleicht für viele geheimnisvollen ? Wort selbst beschriften und mitnehmen. Und die Sprache des Mostviertels in die Welt tragen!
Aussender: Bgm. DI Johannes Pressl, Tel 0676/604 77 28, buergermeister@ardagger.gv.at