Einleitende Worte: Reiner Tiefenbacher
Der Verein Alte Schmiede lädt zu regionalen Schmankerln. Wein: Manfred Strom, Mollands
Ausstellungsdauer: 6. September bis 12. Oktober
Öffnungszeiten: Montag ? Freitag 11.00 ? 18.00 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertags 10.00 ? 18.00 Uhr
Teilnehmende Künstler: Anton Ehrenberger. Helmuth Gräff. Eva Holzer. Peter Klitsch. Sieglinde Layr. Christin Millbacher. Savio. Paul Seidl, Linde Waber.
Unter dem Titel ?Menschenbilder? hat die Schönberger ?Alte Schmiede? Künstlerinnen und Künstler um Beiträge zu einer Gemeinschaftsausstellung gebeten, mit dem Untertitel ?vom Anfang des 21. Jhdts.?, und dem Wunsch nach Menschenbildern, die den Bezug zu unserer Zeit verraten, die also nicht zufällig gerade jetzt entstanden sind, sondern bewusst gerade jetzt.
Wenn man ein Bild von einem Menschen macht, könnte das in ein paar hundert oder paar tausend Jahren ausgegraben werden als Zeugnis einer versunkenen Kultur, und als Menschenbild seiner Zeit verstanden werden. Dieses minimale Risiko muss man eingehen. Die Venus von Willendorf ist ein gutes Beispiel dafür. Obwohl die Figur seit hundert Jahren von Fachleuten begutachtet und mit anderen Figuren verglichen wird, wissen wir nicht, was die kleine Steinfigur wirklich war. Wir kennen ihr Alter von etwa 25.ooo Jahren und wir wissen einiges, was man ihr angedichtet hat in hundert Jahren, aber warum sie kein Gesicht hat und eine Strickhaube trägt, wissen wir nicht. Uns fehlt der Zusammenhang.
Die lebenden Schöpfer von Gegenständen haben dagegen den großen Vorteil, dass sie sich noch wehren können, wenn man ihnen Muttergöttinnen oder Fruchtbarkeitssymbole andichtet. Die Urheber der ab 5. September in Schönberg ausgestellten Arbeiten werden jedenfalls möglichst vollzählig zur Eröffnung da sein, wir werden diese Gelegenheit nützen, wir werden miteinander reden und über die jeweiligen Zusammenhänge aus erster Hand etwas erfahren.
Was Reiner Tiefenbacher als Organisator der Ausstellung an den eingetroffenen Fotos der Arbeiten überrascht hat, war der Gesamteindruck, dass man aus der Summe der Arbeiten das Thema nicht leicht erraten würde. Das Menschenbild ist vielfältig, soviel steht fest. Genau dafür ist so eine Gemeinschaftsausstellung gut, dass die Arbeiten in freundlicher Nachbarschaft unter dem selben Thema kontrastieren können miteinander und dem Besucher mit ihrer Unterschiedlichkeit die Zahl der Möglichkeiten erahnen lassen, wie der Mensch sich selbst und seine Artgenossen ansehen kann. Die Auseinandersetzungen unserer historischen Gegenwart bieten Anlass genug, die offensichtliche Vielfalt der Menschenbilder als konkrete Warnung zu verstehen vor exklusiven Menschenbildern, vor der Anmaßung, andere Menschenbilder abzuwerten und auszuschließen.
Aus langjähriger Erfahrung neigt Tiefenbacher persönlich zu dem Vertrauen, dass alle Kunst im tiefsten Innern von Liebe angetrieben ist, nichts sonst gibt einem das Durchhaltevermögen, und egal wie kritisch oder selbstkritisch oder verletzt oder sehnsuchtsvoll der künstlerische Blick auf den Menschen ist, es bleibt: der Versuch, zu lieben. Er glaubt, diese Einstellung verbindet auch diejenigen, die Kunst wahrnehmen mit denen, die Kunst herstellen, und auf dieser Grundlage kann man in der Kunst über alles reden. Wir hoffen, unsere Ausstellung wird für einige ein Anlass dafür sein.
Nähere Infos unter www.alteschmiede.schoenberg.gv.at Rubrik Veranstaltungen
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Tel 02733/76 476, alteschmiede@schoenberg.gv.at , www.alteschmiede.schoenberg.gv.at