Galerie Blaugelbezwettl, Propstei 1, 3910 Zwettl, www.blaugelbezwettl.com , info@blaugelbezwettl.com
Annemarie Laner
Eröffnung: Freitag, 12. September 2008, 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 13. September - 5. Oktober 2008
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag 14 - 18 Uhr
Kunstgespräch: 12. September 2008, 21 Uhr, Dr. Wolfgang Hilger mit Annemarie Laner
Annemarie Laner
in Südtirol geboren, erwarb 1995 das Diplom mit Auszeichnung an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Es folgten Arbeitsstipendien und Projektaufenthalte im Ausland. Die Werke von A. Laner werden in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen und ihre Kunstprojekte wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Neben der Atelierarbeit befasst sich Annemarie Laner seit Jahren erfolgreich mit Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum.
Das bevorzugte Ausdrucksmittel für Annemarie Laner war viele Jahre lang die Druckgraphik. Der Hang zur Serialität, zur Sequenz, zum Zyklischen und zur Reihe setzt sich in den neueren Arbeiten der Künstlerin fort. Die geistige Vorarbeit und die Abklärung der Formensprache finden in der Zeichnung statt, im zeichnenden Einkreisen und Abtasten einer Thematik. Annemarie Laner arbeitet mit Zeichen, Kürzeln und Schrift und die Auseinandersetzung mit Literatur und Philosphie gehört zu ihrem unverzichtbaren Dialog. Das Werk Laners ist vielschichtig: bibliophile Mappenwerke, großformatige Arbeiten in Acryl, Auflagenobjekte/multiples, handgefertigte Künstlerbücher bzw. Buchprojekte mit Schriftstellern, filigrane Raumobjekte, Arbeiten in Carnaubawachs und Blei. Bei allen Arbeiten spielt das repetitive Element eine wesentliche Rolle. Die Grenzen zwischen Zeichnung und Malerei sind mitunter fließend: ablesbar etwa am Langzeit-Zyklus ONE A DAY (2001 ? 2003), der einen Bewusstseinsstrom aufzeichnet, in dem sich Emotion und Ratio begegnen, in dem sich die Gefäßmetaphorik aus den Wachsarbeiten ankündigt und in dem ein zentrales Thema der Künstlerin thematisiert wird: Zeit, Flüchtigkeit und Dauer. Dem intellektuellen Spiel und der Hinterfragung kultureller Botschaften ist die Magie der Zeichen und der kryptisch-skripturalen Elemente von Annemarie Laner an die Seite gestellt. Dabei kommt der Mehrdeutigkeit von Zeichen und Formen hintergründige Bedeutung zu: Das Undefinierte hat System, ist Konstante. Diese Unbestimmtheit zwingt zur Wachsamkeit im Schauen/Betrachten, bezieht sich also auch auf die Parameter der Interpretation. Das gestalterische Repertoire von Annemarie Laner beharrt auf der Unruhe und damit auf der Initiierung eines Denkprozesses und dem transformierenden Denken durch den Rezipienten.
Aussender: Mag. Martin Anibas, info@blaugelbezwettl.com , Obmann Zwettler Kunstverein - ZVR: 848779417