Tobias Moretti
moderntimes_1800 Kammerorchester auf Originalinstrumenten
Leitung: Julia Moretti & Ilia Korol
Julia und Tobias Moretti bestreiten ihr privates wie künstlerisches Leben gern auf grünen Wiesen und saftigen Almen. Dort entstanden so herrliche Programme wie ?Der Seelen wunderliches Bergwerk?, das von Waidhofen aus bei der RuhrTriennale und im Theater an der Wien gastierte. Diesmal schlüpft Tobias Moretti in die Rolle des Lügenbarons Münchhausen. Die fantastischen Lügengeschichten versetzen in Staunen und rauben den vier Elementen ihre reale Existenz. Ein Baum wird nach der Schneeschmelze zur Kirchturmspitze. Oder Münchhausen holt sich seine Axt über eine Bohnenranke kletternd vom Mond! Das Kammerorchester ?moderntimes? liefert den klassischen Soundtrack. Salvadore Dalí hätte seine Freude. Elementar durchgeknallt. Das Innenleben der Außenhaut eines Haydn-Menuetts.
Karten: Tourismusbüro Waidhofen 07442/511/255, Ö-Ticket 01/96 0 96
www.projektnatur.at
Münchhausen ? Moretti ? Modern Times
Tobias Moretti und das Ensemble moderntimes_1800 erwecken die Abenteuer des ?Lügenbarons? Münchhausen zum Leben. Das Programm, das für das deutsche Festival ?Wege durch das Land? entwickelt wurde, ist erstmals und exklusiv in Österreich im Rahmen des Herbstfestivals ?projekt:natur? zu sehen.
Den Geschichten des ?Lügenbarons? Münchhausen geht es wie vielen Klassikern: Jeder kennt sie, aber wirklich gelesen hat man sie entweder gar nicht oder höchstens in entschärfter Kinderbuch-Version. Dabei hat Gottfried August Bürger, der diese Geschichten nach einer englischen Vorlage (auf)geschrieben und 1786 veröffentlicht hat, Münchhausens Abenteuer mit Witz, Sarkasmus und einer gehörigen Portion Anarchismus gewürzt: schließlich roch es schon entfernt nach Revolution. Vom Militär bis zur Obrigkeit, von den Türkenkriegen über die Orient- und Fernreisen-Mode bis zur Prahlerei mit exotischen Liebesabenteuern in der Fremde: Alles, was sein Held, der reiselustige Baron und Offizier, von der Dekadenz seiner Zeit und seiner Klasse aufschnappen konnte, wurde von Bürger satirisch in die Erzählungen hineingewebt. Dazu ist sein Münchhausen, mitten in einer Epoche permanenter blutiger Auseinandersetzungen, ein Überlebenskünstler, einer, der sich auch in ausweglosen Situationen zu helfen weiß: Er funktioniert eine Kanone - zu seiner Zeit die Waffe mit dem größten Zerstörungspotential ? zum Transportmittel um oder zieht sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf. Eine versteckte Aufmunterung für das Volk, sein Schicksal ebenfalls selbst in die Hand zu nehmen? Jedenfalls hat Bürger die Französische Revolution kurze Zeit darauf enthusiastisch begrüßt.
Zur selben Zeit, als der Baron Münchhausen sich in seinem Schloß zur Ruhe setzte, um die nächsten vierzig Jahre am Kamin die Wirkung seiner Lügengeschichten an seinen Gästen zu erproben, experimentierte auch Josef Haydn mit ?Späßen? oder ?Unterhaltungen? für einen kleinen Kreis: ?Divertimenti?, in denen er die Effekte und Möglichkeiten unterschiedlicher kammermusikalischer Besetzungen erproben konnte. Auch Mozarts Nannerl-Septett, geschrieben 1776 zum 25. Geburtstag seiner Schwester Maria Anna, ist ein musikalischer Spaß: Der oft mutwillig witzig-freche Ton, der seine Briefe an das Nannerl prägte und der für die Nachwelt zum Klischee vom Mozartschen Briefstils wurde, setzt sich im Septett musikalisch fort. www.projektnatur.at
Aussender: Sabine Neubauer, Büro des Bürgermeisters, Assistentin des Büroleiters, Oberer Stadtplatz 28, 3340 Waidhofen/Ybbs, Tel 07442/511-106, Fax 07442/511-109, sabine.neubauer@magistrat.waidhofen.at