Die Historikerin Mag. Marianne Messerer erzählt von der Lebenswelt der Kleinhäusler im Dorfverband und schildert einzelne Geschichten anhand von Kleinhäusler-Häusern im Museumsdorf Niedersulz, wie dem Kellerstöckl, dem Ausgedingehaus oder dem Handwerkerhaus.
Die Kleinhäusler und die wirtschaftlich gut situierten Bauern waren im Dorf voneinander abhängig. Keiner konnte ohne den anderen bestehen: Der Kleinhäusler war auf den Lohn angewiesen, der Landwirt brauchte in der intensiven Arbeitswelt jede helfende Hand.
Mag. Marianne Messerer vertieft in ihrer Themenführung das Wissen über das Leben der Kleinhäusler anhand von typischen Kleinhäusler-Gebäuden, wie dem Kellerstöckl, dem Ausgedingehaus oder einem Handwerkerhaus. So musste sich das ?Unterstinkenbrunner Haus? an die exponierte Lage am Ortsrand anpassen und hat daher einen leichten Knick. Das Ausgedingehaus verfügt nur über eine Grundfläche von 30 m² und wurde von einer einzigen Frau allein bewohnt. Das Kellerstöckl war eine Wohnung über einem 200 Jahre alten Presshaus. Die besondere Gestaltung weist auf einen herrschaftlichen Zehentkeller hin, dessen Bewohner wahrscheinlich der Verwalter war. Auch das älteste Haus des Museumsdorfes, ein Handwerkerhaus aus 1703 zeigt Mag. Marianne Messerer.
Dazwischen erzählt sie vom Leben der Kleinhäusler, das sie aus eigener Erfahrung kennt. So war der Schubkarren das übliche Gefährt der Häusler-Frauen. Mit diesem wurde nicht nur das Futter fürs Vieh heimgebracht, die Ähren und Fisolenbinkerln vom Feld geholt, sondern auch die Kinder gefahren. Für die vielen Kinder eines Kleinhäuslers ging oft der Bauer als ?Göd?. Das festigte die Bindung von Häusler und Bauern noch mehr.
Durch die Themenführung mit Mag. Marianne Messerer wird ein Stück wenig bekannter Dorfgeschichte, wie die der Kleinhäusler, wieder lebendig.
Sonntag, 21. September 16 bis 17.30 Uhr
Aussender / Infos: Weinviertler Museumsdorf Niedersulz, 2224 Sulz im Weinviertel, Tel 02534/333, Fax 02534/333-20, info@museumsdorf.at , www.museumsdorf.at