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Veranstaltungen und Festivals

Zwei literarische Tipps: Im Blickpunkt Balkan ? 10.10. ULNÖ

und 5 Jahre Schreibwerkstatt Langschlag

FREITAG, 10. OKTOBER 2008 - IM BLICKPUNKT: BALKAN - siehe nachfolgend oder www.ulnoe.at

SAMSTAG, 18. OKTOBER 2008 - 5 JAHRE SCHREIBWERKSTATT LANGSCHLAG - mit Gustav Ernst, Gert Jonke, Evelyn Schlag und Antonio Fian - Näheres unter www.schreibkunst.at

FREITAG, 10. OKTOBER 2008 - Im Blickpunkt: Balkan
Eine literarische Reise durch den Balkan und die jüngste Vergangenheit

Es lesen: Anna Kim, Milena Michiko Flasar, Andrea Grill, Lucija Stupica

ORT: ULNÖ
BEGINN: 20 Uhr
EINTRITT: EUR 8,- / erm. EUR 6,-
Im Anschluß Wein & Büffet

ANNA KIM
Geboren 1977 in Daejeon (Süd-Korea), kam 1978 nach Deutschland und 1983 nach Wien. Sie schreibt erzählende Prosa und Gedichte. Bislang erschienen von ihr Die Bilderspur (Droschl 2004) und Die Hunde ziehen vorbei, (Comet Books 2005). Die Protagonistin ihres jüngsten Romans befindet sich im Kosovo und beschreibt das alltägliche Leben in den albanisch-serbischen Konfliktzonen.

Ich korrigiere, Gegenwart und Zukunft sind aus dir amputiert, Reste sind noch da, Phantomexistenzen, sie beschweren sich, wann immer du, und sei es auch nur für einen Augenblick, auf den Schmerz vergisst, dein Leben eingefroren in dem Moment, als du Fahries Verschwinden entdecktest, ach nein, es ist nicht dein Leben, das eingefroren ist, sondern deine Zeit, gefrorene Zeit, die nicht zählt, von der du dir wünschst, sie würde endlich vergehen, dabei vergeht sie, da gefroren, unendlich langsam.

Aus: Die gefrorene Zeit, Droschl 2008

MILENA MICHIKO FLASAR
Geboren 1980 in St. Pölten, Studium der Germanistik und Romanistik in Wien, lebt und unterrichtet in Wien Deutsch als Fremdsprache. Die Hauptfigur in einer Erzählung Flasars schildert eine traurige, zerstörte Landschaft in und rundum Belgrad.

Noch immer aber ist es eine zerstörte Landschaft. Ich frage mich, ob es hier Krieg gegeben hat. Von meinem Fensterplatz aus sehe ich verkrüppelte Bäume, ich sehe Häuser, die niemand mehr zu Ende baut, ich sehe rohe Gestalten. Ich war zu jung, um jene Kriege zu begreifen, beschäftigt mit Älterwerden, in einem Land, das nach dem andern Krieg nur Frieden wusste und in dem nur die Hunde manchmal so jaulten, als ob sie es lange noch nicht verwunden hätten, dass die Vergangenheit eine abgeschlossene sei.

Aus: [Ich bin], Residenz Verlag 2008

ANDREA GRILL
Geboren 1975 in Bad Ischl, lebte sie mehrere Jahre in Cagliari auf Sardinien. Übersetzerin aus dem Albanischen. Nach Aufenthalten in Amsterdam, Neuchâtel, Italien und Albanien lebt sie heute in Wien. Bislang erschienen Der gelbe Onkel (2005) und Zweischritt (2007), beide bei Otto Müller. Von einer vergangenen Liebesgeschichte der Ich-Erzählerin mit einem Albaner und der Annäherung an ein fremdes Land erzählt Grills neuer Roman.

Wie du mich also deiner Großmutter vorgestellt hast, den Großtanten, Galip nicht zuletzt, da habe ich deinen Stolz gespürt. Den Stolz, etwas mitgebracht zu haben, ein Geschenk für die Daheimgebliebenen. Ein ganz nettes Geschenk, es konnte auch reden. Sie kann schon Albanisch, hast du gesagt, und dann durfte ich zehn Mal am Tag meinen Satz sagen: Die Katze ist grün, Macja ështe jeshile. [...] Der Satz ist einer meiner Lieblingssätze geworden. Ein Satz, der ein Leben zusammenfasst. Einer der besten Sätze, die ich jemals gesagt habe. Der beste erste Satz in einer neuen Sprache, ganz bestimmt.

Aus: Tränenlachen, Otto Müller Verlag 2008

LUCIJA STUPICA (aktueller Ateliergast in TOP 22)
Die 1971 in Celje geborene Autorin studierte Architektur in Ljubljana, wo sie auch heute als freie Schriftstellerin und Innenarchitektin lebt. Sie ist Mitbegründerin und Mitorganisatorin eines Poetry-Festivals, in dessen Rahmen slowenische LyrikerInnen, KritikerInnen und LyrikübersetzerInnen zusammentreffen.
Für ihren Gedichtband Celo na soncu (Cello in der Sonne) wurde sie 2001 mit dem Preis der slowenischen Buchmesse für das beste literarische Erstlingswerk der vergangenen zwei Jahre ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt Lucija Stupica ein zweimonatiges Stipendium am Literarischen Colloquium Berlin.
Bislang erschienen drei Gedichtbände der Lyrikern:  Celo na soncu, 2000, Vetrolov (Windfang), 2004 und Otok, mesto in drugi, 2008.

Barfuß

Der Tag ist ruhig, ohne Mitte, und ein Regen,
der alles Trübe von seinem Antlitz wäscht.
Ein Tag, der älter wird mit jedem aufgeschriebnen Vers,
ein Tag, der weder Kleider braucht noch Düfte,
ein Tag, der sein Anker wirft bis auf die Knochen.

Im Mund ist ein Verlies und die Zunge einsam
In der Haft murmelt, flüstert durch den ganzen Leib,
vor Tränen, vor Blindheit, vor Kälte.
Murmelt Verse, daß ich nicht überschnappe,
irgendwelche seltsamen Verse, die
nie Leib, nie Gewölb, nie Poesie werden.
Ich brauche die Umarmung, um Luft zu schöpfen.
Von da aus kann ich gehen
Nur barfuß, ohne Spur.

Übersetzung: Ludwig Hartinger

Der Aufenthalt der Literaturhausgäste in TOP 22 wird vom Artist in Residence Programm AIR und von der ERSTE BANK unterstützt.

Beginn: 20 Uhr. Ort: Unabhängiges Literaturhaus NÖ, Steiner Landstraße 3, 3504 Krems / Stein. Tel 02732/72 884, www.ulnoe.at

Aussender: Wolfgang Kühn, 0664/43 27 973, dummail@gmx.at

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