Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen
?Mit einem Haus aus der Vergangenheit können wir gemeinsam für die Zukunft lernen.? bringt Landtagspräsident Herbert Nowohradsky die Eröffnung des neuen Kleinhäuslerhauses aus Wilfersdorf auf den Punkt. An Sonntag wurde mit rund 1.000 Gästen ein neues Objekt im Museumsdorf Niedersulz festlich eingeweiht. Das Kleinhäuslerhaus aus Wilfersdorf interessiert nicht nur durch seine außergewöhnliche Baugeschichte. Teile des Anwesens wurden aus Platzproblemen in den Hang gebaut.
In diesem Haus findet die Aufarbeitung eines bisher wenig bekannten Teiles der Geschichte einen fixen Ausstellungsplatz: Die Hutterer und Täufer fanden im nördlichen Weinviertel und Südmähren während ihrer Verfolgung vor rund 500 Jahren Unterschlupf. Eine besondere Verbindung gibt es gerade zu Wilfersdorf, das seit jeher unter der Herrschaft der Lichtensteiner stand. Denn gerade die Fürsten Lichtenstein hielten lange ihre schützende Hand über die Brüderhöfe der Hutterer und Täufer. Trotzdem wurde einst eine Gruppe von Brüdern in Falkenstein eingekerkert und dann in die Gefangenschaft nach Triest gebracht. Balladen über dieses Schicksal und die anschließende Flucht werden noch heute in ihrer jetzigen Heimat Kanada gesungen. Musiker Alexander Basnar gab einen kurzen Auszug aus einem dieser Falkensteiner Lieder.
Die Innsbrucker Historikerin Astrid von Schlachta, die die Ausstellung wissenschaftlich begleitet hatte, hielt einen kurzen und spannenden Abriss über das Schicksal dieser Gemeinschaft. Anschließend wurden Kleinhäusler-Haus und Ausstellung eröffnet. Als Symbol der Versöhnung mit einem gemeinsamen ?Vater Unser? dreier Konfessionen mit dem katholischen Dechant Ernst Steindl aus Wilfersdorf, dem evangelischen Pfarrer Jürgen Demel und dem Obmann des Bundes der evangelikalen Gemeinden, Erich Röhrer.
Aussender / Infos: Weinviertler Museumsdorf Niedersulz, 2224 Sulz im Weinviertel, Tel 02534/333, Fax 02534/333-20, info@museumsdorf.at , www.museumsdorf.at