World-Information Institute -- Institut für Neue Kulturtechnologien/t0
ExpertInnen sprechen über die Zukunft der digitalen Suche
Konferenz zur gesellschaftlichen Rolle von Google & Co
Sa., 8. November 2008, 10.30 Uhr bis 20.00 Uhr
Austria Trend Hotel Savoyen Vienna, Rennweg 16, 1030 Wien
http://world-information.org/wii/deep_search/
Angesichts der Informationsexplosion reicht es nicht, dass Daten nützlich sind. Sie müssen vor allem auch auffindbar und zugänglich sein. In nur wenigen Jahren wurden Suchmaschinen als zentrales Orientierungsinstrument im Internet unverzichtbar. Sie sind mittlerweile Voraussetzung, die unüberschaubare Menge an Informationen im Internet praktisch nutzbar zu machen.
Kaum ein Dienst wird heutzutage so häufig genutzt wie Suchmaschinen. Viele können sich ein Leben ohne Google & Co kaum mehr vorstellen. Im Rahmen der Konferenz "Deep Search", die am 8. November 2008 vom Wiener World-Information Institute veranstaltet wird, sprechen internationale Experten und Expertinnen aus den Bereichen Wissenschaft, Medien und Kunst über die Bedeutung von digitalen Suchmaschinen und deren gesellschaftspolitische Auswirkungen.
Den Auftakt wird Keynote-Speaker Paul Duguid, a.o. Professor der Universität Berkeley, bilden. In seinem Vortrag über die historischen Perspektiven von Suchmaschinen erläutert er den "Traum" des Menschen vom universellen Wissen und der perfekten Information. Dazu ergänzend wird Claire Lobet-Maris, Professorin am Computer Science Institute der Universität Namur (Belgien), einen Überblick über die aktuellen Debatten zu den Auswirkungen der neuen digitalen Suchmöglichkeiten auf die Gesellschaft geben.
Von vielen Internetnutzerinnen und -nutzern oft unbedacht sind die bürgerrechtlichen Aspekte in Zusammenhang mit digitalen Suchmaschinen. Gerald Reischl, österreichischer IT-Journalist und Autor des Buches "Die Google-Falle", sowie Joris van Hobroken vom Institut für Informationsrecht an der Universität Amsterdam betrachten in ihren Beiträgen die Suchmaschinen im Spannungsfeld zwischen freier Meinungsäußerung und dem Recht auf Privatsphäre, oder die rasch anwachsende gesellschaftspolitische Macht von Google durch seine Vorherrschaft im Internet.
Schon immer gab es eine enge Verbindung zwischen Wissen und Machtausübung. Über das Wissen und die Macht von Suchmaschinen sprechen Theo Röhle (Institut Medien und Kommunikation an der Uni Hamburg) und Bernhard Rieder, Professor an der Saint-Denis-Universität in Paris. Neben einer kritischen Betrachtung werden beide auch mögliche Alternativen und Lösungsansätze vorbringen, wie die zentrale Rolle von Suchmaschinen mit einer demokratischen Wissensordnung vereinbar sein kann.
Den Abschluss der Konferenz bilden Richard Rogers, Vorsitzender des Instituts für New Media und Digital Culture an der Universität Amsterdam, sowie der Medienkünstler Gon Zifroni sowie die Medienkünstlerin Tsila Hassine, ebenfalls aus Amsterdam. In ihren Vorträgen untersuchen sie die visuellen Politiken der Informationspräsentation durch die Suchmaschinen (Treffer-Liste) und bringen Vorschläge, wie die Daten dargestellt werden können, um neue und ansonsten verborgene Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Conference Editors: Konrad Becker und Felix Stalder
Detailierte Informationen unter http://world-information.org/deepsearch
Die Konferenz findet in Kooperation mit IRF Symposium 2008 statt: www.ir-facility.org/symposium
Zur Dokumentation der Konferenz erscheint im Frühjahr 2009 ein gleichnamiger Sammelband im Studienverlag.
World-Information Institute - Das World-Information Institute wird vom Wiener Institut für Neue Kulturtechnologien getragen und arbeitet in einem globalen Netzwerk von PartnerInnen und ExpertInnen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien.
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