Programm: Jüdische Musik ? Liturgisch? volkstümlich? klassisch, Oberkantor Shmuel Barzilai (Wien) singt am Klavier begleitet von Paul Gulda, Jüdische Nachklänge, Paul Gulda spielt Klavierwerke von Mendelssohn, Joseph Achron und Józef Koffler
Samstag? 29. November, 19.30 Uhr, Ort: 2000 Stockerau Lenausaal im VAZ 2000, Kartenvorverkauf: Kulturamt Stockerau, Karten online bestellen: gerhard@meseck.at , Eintritt ? 12,00
ARGE jüdisches Leben im Bezirk Korneuburg
Wozu gibt es eine ARGE jüdisches Leben im Bezirk Korneuburg? Haben wir nicht andere Sorgen? Stopp, zuerst werfen Sie bitte einen Blick auf die Argumente:
1. Wir erleben momentan die schwerste Finanzkrise seit dem großen Börsencrash 1929
2. Diese Finanzkrise mit ihren Folgen bekommen auch die ÖsterreicherInnen zu spüren ? auch wenn Österreich von diesen Ereignissen bisher nur am Rande betroffen ist
3. Jahrzehnte neoliberaler Wirtschaftspolitik haben die Arbeitswelt elementar verändert und ArbeitnehmerInnen tief verunsichert.
Die Folge dieser unterschiedlichen Fakten ist ... (berechtigte) Angst. Menschen bis weit in die so genannte Mitte der Gesellschaft halten ihre sieben Sachen zusammen und schauen misstrauisch auf jeden, der vorbei kommt. Und besonders misstrauisch schaut (fast) jeder, wenn ein fremder Mensch vorbei geht, bei dem man nicht weiß, was er vorhat. Diese Angst trifft übrigens ArbeiterInnen genauso wie KleinunternehmerInnen, RechtsanwältInnen, ÄrztInnen usw. Häufig ist mangelnde Information die Ursache für mangelndes Verständnis und damit wird Stimmung gemacht, gegen alles was fremd ist.
Dagegen will die ARGE auftreten! Unsere Argumente: Nicht Fremde bedrohen die Arbeitsplätze der ÖsterreicherInnen, sondern das Wirtschaftssystem. Rechtsradikale Ideologien und "Sprüche" sind keine Lösung, sie haben bereits vor 70 Jahren versagt. Hingegen ist unsere jetzige Zivilgesellschaft eine echte Erfolgsstory. Dieser Erfolg darf aber nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Warum aber gerade eine ARGE für jüdisches Leben, warum gerade Juden/Jüdinnen? Juden/Jüdinnen waren bereits vor den Germanen hier (vor der Völkerwanderung), Juden/Jüdinnen gehören zur österreichischen Gesellschaft wie Zwetschgenröster zum Kaiserschmarrn, von Johann Strauß (er hat zu hause jiddisch gesprochen) bis zum Begriff ?Habera?, wienerisch für Kumpel, Freund. Es kommt vom hebräischen ?chawerim?. Juden und Jüdinnen, am Anfang geachtet, aber ab den Kreuzzügen verfolgt und ermordet, sind mit unserer Kultur tief verbunden. Juden und Jüdinnen, jüdisches Leben hat in gegenseitigem Austausch die österreichische Kultur wesentlich mit gestaltet.
Was macht die ARGE?
Veranstaltungen, ?Typisch jüdisch? Gibt es ein Verfallsdatum für den Rassenwahn??, Gespräche mit Zeitzeugen (Prof. Rudolf Gelbard) und sie kümmert sich um die mittelalterliche Synagoge in Korneuburg in der Rossmühlgasse, ein bauhistorisches Juwel, das weltweit in jeder Publikation zu dem Thema erwähnt wird. Und es gibt auch das, die Lutherkirche in Stockerau, die bis 1938 die Synagoge der IKG Stockerau war. Es ist beispielhaft, wie die evangelische Gemeinde seit Jahren damit umgeht. Pfarrer Christian Brost: ?Erst dadurch werden wir frei für eine Zukunft gegenseitigen Respekts und religiöser Toleranz.?
Ziel der ARGE
Die ARGE ist überparteilich und überkonfessionell, ihr oberstes Ziel ist die ?Förderung einer toleranten, solidarischen und die Menschenwürde achtenden Gesellschaft.? Zur Erreichung dieses Zieles unterstützt die ARGE wissenschaftliche Forschung und betreibt Aufklärungsarbeit. Wenn Sie uns kennen lernen wollen: Am 29. November gibt Paul Gulda mit dem Oberkantor Shmuel Barzilai ein Konzert im Lenausaal in Stockerau. Beginn 19.30 Uhr, Nach dem Konzert können wir uns bei einem kleinen Imbiss kennen lernen und reden. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Ihre Unterstützung.
Aussender: Gerhard Meseck, gerhard@meseck.at