?Es ist da eine Sehnsucht in den Menschen.? So ganz genau kann sich Professor Josef Geissler den Erfolg seines Museumsdorfes in Niedersulz gar nicht erklären. Er ist nur stets seinem Gespür gefolgt und hat damit genau die Gefühle unzähliger Besucher getroffen.
Mit einem großen Fest feierten nun Freunde und langjährige Wegbegleiter den 60. Geburtstag des Museumsdorf-Gründers. ?Es ist weltweit einmalig, dass ein Mensch das alles geschaffen hat.? lobte Landtagspräsident Herbert Nowohradsky. ?Und auch wenn er zuerst als Spinner verschrien war, der altes ?Graffelwerk? sammelte, kennt man jetzt die Bedeutung, die weit über Niedersulz hinausreicht. Dieses Dorf ist enorm wichtig zur Erhaltung unserer Volkskultur.? Dr. Edgar Niemeczek, Geschäftsführer der KULTUR.REGION.NIEDERÖSTERREICH gibt schon Einblicke in die Zukunft, und macht damit dem bauwütigen Josef Geissler ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: ?Wir wollen bis 2013 vieles verwirklichen, was sich der Jubilar für das Museumsdorf gewünscht hat: Depotmöglichkeiten, Bauhof, Werkstätten zur Renovierung und die notwendige Infrastruktur.? Und er dankt für die Leistung bisher: ?Fachwissen, Beharrlichkeit und seine menschliche Größe, auch andere an seinem Lebenswerk und der Entwicklung teilhaben zu lassen.? Dann führt Dr. Richard Edl ein langjähriger Wegbegleiter von Prof. Josef Geissler in die Anfänge zurück, und erzählt launig von gemeinsamen Wanderjahren als Restauratoren und Museums-Häuselbauern.
Angefangen hat alles am Bauernhof der Familie Geissler. ?Der Bua ist ganz aus dem Gleis.? hat Vater Geissler über seinen Josef gemeint, denn der 17 Jährige hatte, nach mehrmaligen Besuchen im heute nicht mehr existierenden Marchfeldmuseum Weikendorf, die Vision eines eigenen kleinen Heimatmuseums. Josef Geissler begann zu sammeln, stellte zuerst ein altes Bauernhaus voll und erhielt bald darauf das alte Pfarrpresshaus als Ausstellungsgebäude.
Doch die Sammlung wuchs und 1976 stellte ihm die Gemeinde die aufgelassene Volksschule zur Verfügung. In den Schulhof wurde der alte Gemeindestadl als zusätzliche Ausstellungsfläche wiederaufgebaut. Das war die erste Gebäudeübertragung des Josef Geissler. Sammlung und Besucherinteresse wuchsen weiter. Josef Geissler hatte sich, anstatt Bauer zu werden, zu einem Restaurator ausbilden lassen. In der spärlichen Freizeit begann er ab 1979 sein Museumsdorf aufzubauen. Die Gemeinde hatte ihm Gemeindeflächen zur Verfügung gestellt, die landwirtschaftlich nicht nutzbar waren. Auf Anregung des Haus- und Siedlungsforschers Adalbert Klaar hielt sich Geissler dabei an die überlieferte Dorfform eines Weinviertler Zeilendorfes und stellte bald Bauernhaus um Handwerkerhaus, Schmiede und Kapelle entlang des Sulzbaches auf.
Aussender / Infos: Weinviertler Museumsdorf Niedersulz Errichtungs- u. Betriebs GmbH, Ingrid Fröschl-Wendt, Presse & Öffentlichkeitsarbeit, 2224 Sulz im Weinviertel, Tel 02534/333, Fax 02534/333-20, info@museumsdorf.at , www.museumsdorf.at