Jenny Watson: 22. Februar ? 10. Mai 2009
Marco Schuler: 17. Mai ? 12. Juli 2009
Masashi Echigo - Offenes Atelier: 19. Juli ? 30. August 2009
Marlene Haring: 13. September ? 26. Oktober 2009
Leopold Kessler: 8. November 2009 ? 14. Februar 2010
Factory, Steiner Landstraße 3, 3500 Krems an der Donau
Tel 02732/90 80 10-256, factory@kunsthalle.at , www.factory.kunsthalle.at
Öffnungszeiten tägl. 10?18 Uhr bis 20.2. und ab 8.11.2009 tägl.10?17 Uhr
Jenny Watson: 22. Februar ? 10. Mai 2009
Jenny Watson, 1951 in Melbourne geboren, ist eine der bekanntesten Künstlerinnen Australiens. Ihr künstlerischer Wirkungskreis reicht weit über den australischen Kontinent hinaus. 1993 vertrat Watson Australien auf der Biennale in Venedig. Die europäische Vorstellung von australischer Kunst reicht kaum über die klischeehafte Kenntnis von Aboriginal Art hinaus, doch existiert in Australien eine äußerst vitale und innovative Kunstszene. Jenny Watson arbeitet in einer Kombination aus Malerei, Text und Objekt auf figurative Weise. Schlichte, einprägsame Sujets, Humor und bissige Ironie prägen ihr Werk und provozieren ganz bewusst eine gewisse Infantilität. Watson kreiert in ihren Bildern komplexe Geschichten, die einen feministischen und sozialkritischen Anspruch haben und gleichzeitig vertrauliche Einblicke in ihr Leben zulassen. Ihre engagierte Kunst befasst sich explizit mit Themen der weiblichen Identität. Immer wieder greift sie auf subtile Art und Weise männliche Vormachtstellungen in der Kunstwelt an und thematisiert Gewalt, Brutalität und Chauvinismus.
Jenny Watson verbringt 2009 einige Monate als Stipendiatin von AIR artist-in-residence Krems in Niederösterreich. Der Großteil der Arbeiten, die in der Factory gezeigt werden, entsteht vor Ort.
Eröffnung: 21. Februar 2009 - Kurator: Hartwig Knack
Marco Schuler: 17. Mai ? 12. Juli 2009
Marco Schuler (Jahrgang 1972) geht in seiner Kunst an die Grenzen des Möglichen. Ausgangspunkt ist dabei oft sein eigener Körper, den er ? per Video dokumentiert ? zur Bewältigung absurdester Aufgaben zwingt oder als Passform für skulpturale Arbeiten, in denen sich Witz, Wahnsinn und Bedrohung in einem prekären Gleichgewicht halten, nutzt. Schulers unbändige Lust am Experiment mit nicht kalkulierbarem Ausgang zeigt sich beispielsweise an seinem Selbstporträt Treffer. Es zeigt das zerknautschte Gesicht des Künstlers in dem Moment, als sein Kopf gegen eine Wand prallt. Schuler interessiert sich für das kreative Potenzial von Kontrollverlust, Selbstüberwindung und Zufall, die Möglichkeit des Scheiterns ist dabei immer mitgedacht. Seine krude konstruierten Figuren und Objektinstallationen wirken oft slapstickartig ? sie verharren zwischen Intimität, Aggression und Lächerlichkeit und weigern sich konsequent, die Maßstäbe anzuerkennen, die der kunsthistorische Diskurs zur Bemessung künstlerischer Größe bestimmt hat.
In den Monaten Mai und Juni ist Marco Schuler Stipendiat von AIR artist-in-residence Krems und entwickelt für die Factory eine Ausstellung mit Installationen, Skulpturen, Videos und Zeichnungen.
Eröffnung: 18. Mai 2009 - Kurator: Hartwig Knack
Masashi Echigo - Offenes Atelier: 19. Juli ? 30. August 2009
Der japanische Künstler und Architekt Masashi Echigo (Jahrgang 1982) beschreibt mit seinen Installationen die Existenz des physischen Raumes. Für Echigo sind Definition, Bemessung, formale und kreative Gestaltung die wichtigsten Aufgaben von Kunst und Architektur. Inspiriert durch die Zen-Gärten seiner Heimat und die japanische Tradition der NatureArt, gliedert und gestaltet er den Raum. Seine meditativen Installationen sind sanfte Eingriffe, die zu einer Veränderung von Situationen führen und das Charakteristische der Räume visualisieren, erweitern und vertiefen. Vorhandene Architekturen werden dabei als wesentliche Bestandteile integriert und stellen den Raum in ein völlig neues Licht.
Im Offenen Atelier lädt die Factory einen Stipendiaten/eine Stipendiatin von AIR artist-inresidence Krems ein, seinen/ihren Arbeitsplatz für einige Woche in den Ausstellungsraum zu verlegen und den BesucherInnen sein/ihr Atelier zu öffnen. 2009 findet dieser Programmpunkt bereits zum fünften Mal statt. Für das Offene Atelier entwickelt Echigo eigens eine maßgeschneiderte Rauminstallation.
Eröffnung: Projektstart: 18. Juli 2009 - Projektpräsentation: 25. Juli 2009 - Kurator: Hartwig Knack
Marlene Haring: 13. September ? 26. Oktober 2009
Marlene Haring (Jahrgang 1978) stellt in ihrer Arbeit Fragen nach sozialer Nähe und Distanz, Körper und Geist, Sex und Gender. In ihren Performances und Happenings, die meist im öffentlichen Raum stattfinden, analysiert die Künstlerin die Strukturen von räumlichen, historischen und sozialen Kontexten.
Haring beschäftigt sich mit der Frage, was es bedeutet, im 21. Jahrhundert als Künstlerin im Betriebssystem Kunst zu agieren. 2004 etwa entstand in Anspielung an Martin Kippenbergers Jetzt geh ich in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald ihre Installation Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald. Die Arbeit karikiert die männliche Attitüde Kippenbergers, die widersinnige Verwendung des Einbauküchenklassikers thematisiert gleichzeitig die Rolle der Frau und spielt auf das Werk von Birgit Jürgenssen an. 30 Jahre nach dieser sprengt Haring die Ketten des 'Gefängnisses Küche' auf humorvolle, anarchische und subversive Art und Weise. Die Ausstellung von Marlene Haring wird bewusst zeitgleich mit der Birgit-Jürgenssen-Retrospektive eröffnet, enthält ihr Werk doch zahlreiche Parallelen zu dieser Künstlerin. Auch wurde Haring 2005 der Jürgenssen-Preis für eigenständige, feministische Positionen verliehen.
Eröffnung: 12. September 2009 - Kurator: Hartwig Knack
Leopold Kessler: 8. November 2009 ? 14. Februar 2010
Leopold Kessler (Jahrgang 1976) arbeitet als Konzeptkünstler, Bildhauer, Videofilmer und Aktionskünstler. Mit interventionistischen Aktionen greift er in den öffentlichen Raum ein, manipuliert scheinbar normale Phänomene und stellt Gesetzmäßigkeiten in Frage. Er analysiert gesellschaftliche Verhaltensweisen und durchleuchtet die Sinnhaftigkeit diverser Ordnungssysteme. Seine Arbeiten, die Metaphern auf soziopolitische und ökonomische Geschehnisse darstellen, finden fast ausschließlich unangemeldet statt. Mit einfachsten Mitteln wie Auslöschen, Markieren, Reparieren oder Hinzufügen untersucht er Funktionsmechanismen an der Schnittstelle zwischen Privatem und Öffentlichem. Der absurde Widerspruch, der seinen Aktionen innewohnt, gibt den Eingriffen oft eine Aura des Humoresken und erinnert an Filmkomödianten wie die Marx Brothers oder Charlie Chaplin ? zärtliche Anarchisten, die mit ihren Verrücktheiten die vermeintlich ordentlichen Gesellschaftssysteme konterkarieren.
Kunst ist bei Kessler ein unmittelbares Medium des gesellschaftlichen Lebens mit einer moralisch-ethischen Funktion. Seine Arbeiten sind ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Gesellschaft, die die Verhältnisse nicht einfach hinnimmt, sondern scheinbar Etabliertes permanent in Frage stellt.
Eröffnung: 7. November 2009 - Kurator: Hartwig Knack
Aussender, Kontakt:
Pia Kruckenhauser, Tel 02732/90 80 10-172, Mobil 0664/60 499-172, pia.kruckenhauser@kunsthalle.at