Hatte es die traditionelle Landschaftsmalerei zum Ziel, Utopien als anstrebenswerte und erreichbare Leitbilder sichtbar zu machen, so versucht Felix Malnig eine zeitgemäße Form dieses Genres zu schaffen, indem er das Scheitern postmoderner Utopien im städtischen Raum darstellt.Als Symbole und Denkmäler geplant, die für urbanes Leben, Modernität und wirtschaftlichen Fortschritt stehen, erweisen sich die von Malnig abgebildeten Gebäude und Skulpturen als anonyme Hüllen und Monumente der Stagnation und Trostlosigkeit.Die Illusion und das Vortäuschen von Dynamik, Macht und Aufschwung durch architektonische oder skulpturale Monumente im öffentlichen Stadtraum werden von Felix Malnig durch die Mittel seiner Malerei vor dem Auge wortwörtlich aufgelöst. Er arbeitet in Mischtechnik mit silberner Acrylfarbe und farbigem Lackspray auf Leinwand. Das Zulassen des Verlaufens der Farben, die durch die Arbeit mit Klebebändern entstehenden Unregelmäßigkeiten und Rasterungseffekte sowie der monochrome Charakter führen zur Abstraktion der materiellen Bildstruktur und -textur ebenso wie zur Dekonstruktion des Subtextes der Realität der abgebildeten Großstadt-Utopien.Elisabeth Fritz (Text-Auszüge, 2008)
Felix Malnig, geb. 1967 in Nürnberg. Aufgewachsen in Kanada, Deutschland und ab 1983 in Österreich. 1987-1992 Studium der Malerei in der Meisterklasse für Experimentelles Gestalten bei Maria Lassnig und Christian Ludwig Attersee, Hochschule für Angewandte Kunst, Wien. 1992 Diplom.Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich (1993), Erwin Ringel-Kunstpreis (1999), Arbeitsstipendium der Stadt Wien (1999), Förderungspreis der Stadt Wien (2000), Anerkennungspreis Strabag Art Award (2008).Forschungsstipendium, Accademia di Belle Arti, Venedig (1993), Budapest-Stipendium (2000), Artist in Residence, Cheng Du, China (2003), Chicago-Stipendium des Landes Niederösterreich (2007), Förderatelier des Bundes (2006-2010).
Eröffnung: Freitag, 6. März 2009, 19 Uhr, 20 Uhr: Kunstgespräch Christof Habres mit Felix Malnig, Ausstellungsdauer: 7. ? 29. März 2009, [Galerieöffnungszeiten: Freitag ? Sonntag: 14 ? 18 Uhr
Aussender: Der Kunstverein Zwettl / Die Galerie Blaugelbezwettl, Propstei 1, 3910 Zwettl, www.blaugelbezwettl.com