Der aus Österreich stammende Bauhaus-Künstler Herbert Bayer, geboren 1900 in Haag am Hausruck in Oberösterreich, gestorben 1985 in Santa Barbara, Kalifornien, schuf zwischen 1915 und 1985 ein umfangreiches Werk. Es umfasst nahezu alle Ausdrucksformen von bildender Kunst (Zeichnung, Malerei, Druckgrafik, Tapisserie), visueller Gestaltung (Werbegrafik, Typografie), weiters experimentelle und dokumentarische Fotografie, Architektur und Umweltgestaltung.
Nach ersten Erfahrungen in Architektürbüros in Linz und an der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt studierte Bayer von 1921-23 am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Von 1925-28 leitete er als Meister die Druckerei und Werkstatt für Typographie am Bauhaus (Hochschule für Gestaltung) in Dessau. Ab 1928 lebte Bayer in Berlin, gestaltete mehrere Ausstellungen in Zusammenarbeit mit Walter Gropius, entwickelte Werbekonzepte für die Agentur Dorland und weitere Auftraggeber.
Nach dem "Anschluß" Österreichs an Deutschland im Frühling 1938 emigrierte Bayer in die USA und arbeitete bis 1946 in New York. Mit der Übersiedlung von New York nach Aspen, Colorado, im Jahr 1946, begann seine Tätigkeit als Architekt, als Gestalter von großen Skulpturen und von Landschaften. Als Hauptwerk lassen sich Bayers Gestaltungen für das "Aspen Institute for Humanistic Studies" (1953-1973) bezeichnen. Neben den Planungen für Aspen realisierte Bayer bis 1983 weitere Projekte in Colorado, New Mexico, Texas, Kalifornien, Washington, Pennsylvania, Massachusetts und Connecticut, in Mexiko-Stadt und in Linz.
Die Architektur Herbert Bayers wurde durch den Funktionalismus des Bauhauses und durch neuartige amerikanische Konstruktionsmethoden, etwa die Verwendung von industriell vorgefertigten Bauteilen, geprägt. Wesentlich ist das Verhältnis von Bauwerk zu Natur, zu mitgestalteter, renaturierter und unberührter Landschaft. Seine Landschaftsgestaltungen aus den 50er Jahren zählen zu den frühen modernen Werken nordamerikanischer Land Art.
Bauten, Großskulpturen und Landschaftsgestaltungen enthalten gestalterische Elemente, die in den gleichzeitig entstandenen umfangreichen Zyklen seines malerischen Werks, das der Abstraktion verpflichtet ist, entwickelt wurden.
Aussender: Mag. Martin Anibas, Galerie Blaugelbzwettl, Propstei 1, 3910 Zwettl, info@blaugelbezwettl.com , www.blaugelbezwettl.com