Im Frühling prangt die Sonne nicht nur über der weiten Weinviertler Landschaft sondern auch auf vielen alten Hoftoren. Von ihrer Kraft war die bäuerliche Bevölkerung abhängig und ihre Darstellung sollte Segen für die Bewohner bringen. Auch das Rautensymbol, direkt darunter angebracht, war nicht bloß Verzierung, sondern ein uraltes Fruchtbarkeitssymbol. Nur die Fruchtbarkeit von Ackerboden, Mensch und Tier bedeutete die Sicherung der Existenz. Und in der Stube hingen Weihwasserkessel und Heiligenbilder, denn es konnte nie genug Segen von oben geben.
Volkskundlerin Ilse Hammer weist in ihrer Themenführung auf viele alte Zeichen hin, die für die ländliche Bevölkerung von enormer Bedeutung waren und heute kaum mehr erkannt werden. Und sie erzählt von alten Bräuchen, die auch das soziale Leben genau regelten.
Die Fenster in der ?Mentschakammer? (Mädchenkammer) sind ein Beispiel für die umfassende Kontrolle der Mädchen durch die Eltern. In einem Schlafzimmer steht der Brautkasten, erkennbar durch zwei turtelnden Tauben. Diesen Kasten brachten die jungen Frauen in die Ehe mit, gut gefüllt mit allerlei Wäsche, an der sie seit ihrer Jugend gearbeitet hatten. Wandsprüche erzählen von der genauen Arbeitsaufteilung von Mann und Frau und in der Sakralausstellung ist zu sehen, dass auch der letzte Weg genau vorgegeben war.
?Von Symbolen, Normen und Bräuchen? Themenführung mit Mag. Ilse Hammer am 18. und 19. April, jeweils um 16 Uhr
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