Im Niemandsland des Markenweins, wo der Winzer den Wein für den Eigenbedarf zieht, ihn ausschließlich selber trinkt, ihn als einen Schatz achtet, den ihm die Erde schenkt. Der nicht wie Honig süß, doch frisch und herb. In der Köllagossn (das Dorf ohne Rauchfang). Man riecht schon die Keller, die stehen nacheinander, die weißen, die gelben mit grasgrünem Tor und die Winzer sie hocken mit einen Glas Wein davor. In die kühlen Tiefen des Weinkellers geht es hinunter zur alten Steinpresse aus Eiche. Sie hebt ächzend im Herbst den schweren Stein. Fass um Fass im Keller steht, im Weingarten langsam schon die Sonne über den Weinviertel untergeht. Josef und Kerstin Samuel dokumentierten die Kellergassen im Weinviertel und ihre ?Vogelscheuchen?.
Scheuchend, schreckend ein Fetzengerippe; windgefleddert stehen sie umher. Die Arme emporgerissen, schattenzeichnend, den fliegenden Hunger schreckend. Ein dunkles Wesen aus Stroh, Filz und Stoff; gestelzt, mannshoch über dem Boden-irgendwo. Ein Stoffgalgen mit Aushang, die Sonne grüssend, die Vögel wehrend. Künstlerisches liegt aber vor allem auch in der Art und Weise, wie die teils unheimlich, teils im Licht, im Wetter von den Fotografen gesehen wurden. Die Vogelscheuche ist der Herrscher über ein Land und dessen künftigen Ertrag. Scheuchend irren sie durchs Weinviertel. Diese faszinierenden ?Geräte? zum Schutz der Kulturpflanzen verdienen ein besonderes Interesse.
Die Fotoausstellung wird am 22. April um 17 Uhr eröffnet durch Bezirksvorsteherin Susanne Reichard. Ausstellungsdauer vom 22. bis 30. April 2009 von 14 ? 18 Uhr (außer Samstag und Sonntag) oder gegen Voranmeldung Tel 01/603 29 60 josef.samuel@chello.at, Finissage, 5. Mai ab 16 Uhr.
Ausstellungsort: in der Werkstätten ? Fotogalerie Samuel, 1040 Wien, Mühlgasse 7 (Schildermalerei)
Aussender: Josef Samuel, josef.samuel@chello.at