Heilige begegnen den Besuchern des Museumsdorfes auf Schritt und Tritt. Sie waren für die Menschen eine Zuflucht bei vielerlei Kümmernissen. Mag. Marianne Messerer erzählt darüber bei ihrer Themenführung am 21. Mai um 16 Uhr. Viele Namenstage der Heiligen waren Lostage im Arbeitsjahr der bäuerlichen Bevölkerung: zu Georgi am 24. April begann so richtig die Arbeit am Feld. Dem heiligen Georg ist eine der Kapellen des Museumsdorfes gewidmet. Auch die Handwerker hatten ihre speziellen Heiligen: Georg und Leonhard waren die Patrone der Schmiede, der Wirt hatte den heiligen Nikolaus zum Fürsprecher. Auch für konkrete Probleme gab es Heilige und ein Stoßgebet. Als Dank für die Genesung seiner Töchter ließ der reiche Tuchfabrikant Georg Lennes einst eine Gelöbniskapelle errichten. Sie steht heute am Schmalzberg des Museumsdorfes.
Das Dorf ist auch Lebensraum für Wildtiere, wie Wiesel und Hausmaus, Nachtigall und Sperber. Als Kulturfolger sind sie zu Mitbewohnern im Dorf geworden. Auf ihre Spuren begibt sich Mag. Kurt Uibelacker in seiner Themenführung ?Lebensraum Museumsdorf? am Samstag, 23. Mai um 16 Uhr. In die Mühle waren einst die Ratten wegen des umfangreichen Nahrungsangebotes eingezogen. Das Hermelin bevorzugte den Schutz der Holzschuppen. Ihr charakteristisches Winterfell, weiß mit schwarzer Schwanzspitze, kennen wir von den königlichen Roben. Singvögel liebten die lichten Hecken des Dorfrandes. Die Nachtigall, von Vogelfängern mit Leimruten gefangen und in den Zimmern der Damen aufgehängt, wurde zur Stereoanlage unserer Vorfahren.
Franziska Bogensdorfer ist mit der Sprache des alten Dorfes aufgewachsen, der Weinviertler Mundart. Denn bis 1950 wurde in vielen Dörfern die Ui-Mundart gesprochen. Aus der Mutter wurde die ?Muida? und aus der Kuh die ?Kui?. Franziska Bogensdorfer bringt bei ihrer Themenführung ?Mundart? am Sonntag, 24. Mai und Pfingstmontag, 1. Juni um 16 Uhr diese alten Wörter wieder in Erinnerung, wie ?zamest? (unlängst), oder ?verwoadaglt? (ungerade). Sie erzählt vom gesellschaftlichen Umfeld dieser Sprache, von alten Bräuchen im Dorf wie ?Woazauslesn?, bei dem sich Nachbarn im Stadl trafen, um die Kukurruz-Kolben zu entblättern. Sie erklärt das ?Fensterln gehen? und wie die Bauern ihren ?Haustrunk? zubereiteten.
Termine im Detail:
Themenführung: Der Mensch und seine Schutzheiligen, 21. Mai, 16 Uhr
Themenführung: Lebensraum Museumsdorf, 23. Mai, 16 Uhr
Themenführung: Mundart, 24. Mai & 1. Juni, 16 Uhr
Aussender / Infos: Weinviertler Museumsdorf Niedersulz Errichtungs- u. Betriebs GmbH, Ingrid Fröschl-Wendt, Presse & Öffentlichkeitsarbeit, 2224 Sulz im Weinviertel, Tel 02534/333, Fax 02534/333-20, info@museumsdorf.at , www.museumsdorf.at