Wolfgang Sohm: Das Denkmal ? die Traumnotate
Der im Piestingtal gelegene Teil des Projektes "Das Denkmal" - der 2003 zu einer monumentalen im Berg befindlichen Plastik verfüllte und dabei in Folge verschwundene Stollen NÖ-063 - ist Ausgangspunkt der Ausstellung. Er ist auch ein bisher unbekannter Teil der Aufarbeitung der Geschichte der Zwangsarbeit im Raum um Wiener Neustadt während der Zeit des Nationalsozialismus. Diese bislang in Niederösterreich nicht bekannte Arbeit des Konzeptkünstlers Wolfgang Sohm, die in Zusammenarbeit mit Robert Reszner und Ewald Kittl von 1995 bis 2003 in Niederösterreich entwickelt wurde, wird in der Ausstellung zum Zentrum der Beschreibung von unbewussten Teilen der "Kollektiven Persönlichkeit", die auf- und abzuarbeiten die 2. Republik seit vielen Jahren bemüht ist.
Der Stollen NÖ-063 wurde am 16. Juni 2003 im Zuge der Einsturzsicherung von insgesamt 240 verwandten Räumen in Österreich mit einem betonähnlichen Gemisch verfüllt und geschlossen, ohne selbst damals akut einsturzgefährdet gewesen zu sein. Im Stollen befanden sich Artefakte in Form von mehr als 180 Traumnotizen, eingelagert in die dort vorgefundenen, ehemals händisch von den Zwangsarbeiter vorgetriebenen Sprenglöcher. Diese über 180 dort befindlichen Originale, eine diesbezügliche Verweistafel, als auch der zum Betreten der Gedenkstätte installierte Schacht mit Leiter, Türe und Türstock, sind nun zu einem festen Körper aus Beton geformt - ein unbekanntes Bodendenkmal im Raum um Wiener Neustadt, in das dieser Stollen NÖ-063 im Juni 2003 mutierte.
Gezeigt wird eine Grafikserie, die in 8 Blättern in Bild und Text den Projektverlauf dokumentiert. Weiters werden 140 der Traumnotate, deren Originalniederschriften zwischen Kalkfels und Betonguss eingebettet unter Tag im nunmehr verschwundenen Stollen NÖ-063 liegen, lesbar gemacht und präsentiert. Ergänzend werden Filmkader von 35mm Filmmaterial von Aufnahmen des Dokumentarfilmers Herbert Thallmayer über den Raum Wr. Neustadt in den Gründungstagen der 2. Republik gezeigt.
Vernissage am Do, 28. Mai 2009 um 19.00 Uhr in der Galerie Kunstverein Baden, Beethovengase 7, 2500 Baden, Eröffnung: LAbg. Bürgermeisterin Erika Adensamer, Ausstellungsdauer: 29. Mai 2009 ? 5. Juli 2009; Öffnungszeiten: Sa 10 - 12 und 14.30 - 18 Uhr; So 14.30 - 18 Uhr
Aussender / Infos: Kunstverein Baden Beethovengasse 7, 2500 Baden, Tel 0650/47 100 11, c.koenig@a4-team.com , www.kunstvereinbaden.at