Kumpfmüllers neuestes Dialektvolksfest ist zu feiern. ?maschinenringlgschbui? führt in die Tiefen innviertlerischen Existierens, eröffnet den Blick unter die Motorhauben jener Maschinerien, die uns an- und umtreiben, demonstriert, wie sehr mancher, nicht immer als solcher erkannte Wahnsinn Methode hat und ermöglicht uns, aus dem - wieder einmal - auszubrechen: in ein unaufhaltbares, durchaus berechtigtes Lachen über uns selbst.
Der oberösterreichische Autor Hans Kumpfmüller wird in der ?Alten Schmiede? in Schönberg am Kamp aus seinen Büchern lesen, vor allem aus dem jüngsten: ?maschinenringlgschbui?.
Kumpfmüller schreibt in Hoch- und Tiefsprache und er fotografiert mit Subjektiven verschiedenster Brennweiten. Er hat an Preisen u.a. den 92. Platz beim Wettbewerb ?Jugend forsch? gewonnen, schon 1963, sagt er, und unter seinen Auszeichnungen nennt er als erste den ?Goldenen Fördertopflappen des Innzuchtverbandes für OÖ?. Besser belegt ist, dass ungefähr zwölf Publikationen vorliegen und dass Hans Kumpfmüller 1953 geboren wurde und im Innviertel lebt. In seinem Band ?Stiefmutterland &Großvatersprache? erfährt man, dass ?schbinnada boaddada dischlabua? dort, wo er herkommt, mit ?ortsübliche Bezeichnung für den Autor dieses Buches? auszudeutschen ist. In dem Buch steht auch: ?ich habe keine / Heimat mehr- / -ich wohne / nur mehr dort.?
Aber: ?Kumpfmüller ist natürlich ein Segen für das Innviertel, hat er doch sowohl ein offenes Ohr für die Sprache und einen genauen Blick, aber vor allem ausreichend Verstand, sich in dem, was er mit beiden Sinnen wahrnimmt, nicht täuschen zu lassen.? ( O.P. Zier in ?Literatur und Kritik? )
In Kumpfmüllers ?gugaruzsahara?, den Aufzeichnungen eines Maisbeduinen, erfährt man z.B. auf kurzem Weg einiges über die uns unbekannte ?Innviertler Dreifelderwirtschaft? : ?Gugaruz, Mais, - Baugrund.?
Ich persönlich habe bei Hans Kumpfmüllers Lesungen ganz besonders die Knappheit sowohl seiner Texte als auch seiner Leseweise schätzen gelernt, mit dieser minimalistischen Präzision legt er halbverschüttete Qualitäten der Mundart wieder frei, die Widerständigkeit und die Schwärze des Humors, die unseren lebendigen Dialekten ja eigentlich angeboren sind. Hans Kumpfmüller selbst scheint das beim Lesen meist nicht gerade lustig zu finden, was er da geschrieben hat. Aber wir dürfen lachen. Uns geht es ja nichts an. Reiner Tiefenbacher
Reservierung in der Alten Schmiede unter Tel 02733/76 476, alteschmiede@schoenberg.gv.at
Aussender:
Mag. Susanne Miklas, Alte Schmiede Wein/Erlebnis/Information, 3562 Schönberg/Kamp, Hauptstraße 36, Tel 02733/76 4 76, Fax 02733/76 4 77, alteschmiede@schoenberg.gv.at , www.schoenberg.gv.at