Samstag, 20. Juni 2009 um 19 Uhr im Stift Altenburg
Sonntag, 21. Juni 2009 um 11 Uhr im Schlosscenter Waidhofen an der Ybbs
Sonntag, 21. Juni 2009 um 19 Uhr 30 im Stift Melk
Joseph Haydns Symphonie Nr. 101 ?Die Uhr? in D-Dur und die Symphonie ?Pathétique? Nr. 6 in h-moll, op 74 von Peter Iljitsch Tschaikowsky sind die beiden Werke, die man bei den Sommerkonzerten mit dem Waidhofner Kammerorchester unter Leitung von Mag. Wolfgang Sobotka im Juni hören kann. Der Kartenvorverkauf läuft noch.
Obwohl Haydn kein Englisch konnte und seine Kollegen und Freunde ihm ernsthaft davon abrieten, unterzeichnete er 1790 einen Vertrag über eine Konzertreise nach London. Seine Ankunft war ein öffentliches Ereignis, die Zeitungen berichteten ausgiebig darüber. Haydn konnte sich vor Einladungen beim englischen Adel kaum retten, und der König bot ihm sogar eine Sommerwohnung in Schloss Windsor an. Das Publikum vergötterte Haydn, und der Erfolg seiner Konzerte war so grandios, dass er im Februar 1794 ein zweites Mal nach London reiste. Gut eineinhalb Jahre blieb Haydn in der Stadt.
Fünf der zwölf Londoner Sinfonien schrieb Haydn während er in seinem Wohnhaus in der Bury Street ? damals wie heute eine schicke und teure Gegend ? lebte, und auch ein großer Teil der Sinfonie Nr. 101 entstand hier. Eine Untersuchung der Papiersorten ergab, dass Haydn den dritten Satz sowie Skizzen des zweiten und vierten Satzes noch in Wien schrieb und den Rest dann in London ausarbeitete. Der Beiname "Die Uhr" stammt wahrscheinlich nicht von Haydn. Er taucht erst einige Jahre später in einer Klavierbearbeitung auf und bezieht sich auf den zweiten Satz der Symphonie, der mit einer pendelnden Begleitfigur grundiert ist. Dieses Ticken ist mehr als die Nachahmung einer mechanischen Uhr, es ist vielmehr ein Mittel bewusster musikalischer Zeitgestaltung. Halb komisch, halb bedrohlich ist die Wirkung, wenn in einer Generalpause die Bewegung ? gleichsam der musikalische Lebenspuls ? abbricht.
Ihre Uraufführung erlebte die Symphonie am 3. März 1794 in der Konzertreihe des Impresario Johann Peter Salomon. Nach der Präsentation berichtete die Zeitung ?Morning Chronicle?: ?Nichts könnte origineller sein als das Thema des ersten Satzes. Und hat er einmal ein treffliches Thema gefunden, kann niemand besser als Haydn unaufhörliche Mannigfaltigkeit daraus schöpfen. Es war Haydn, was könnte man, was bräuchte man mehr zu sagen??
Im zweiten Teil steht die Symphonie Nr. 6 op. 74 ?Pathétique? von Peter Iljitsch Tschaikowsky auf dem Programm. Die Symphonie in h-moll ist das letzte Werk des russischen Komponisten Tschaikowsky. Zwei Jahre nach der Uraufführung seiner Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64 plante er, wie er an den Großfürsten Konstantin schrieb, ?eine grandiose Symphonie zu schreiben, die den Schlussstein meines ganzen Schaffens bilden soll?. Nach verschiedenen Anläufen nahm die geplante Symphonie 1893 Gestalt an.
Dem Entwurf einer Symphonie in Es-Dur von 1892 entnahm Tschaikowsky wesentliche Teile des Programms, das von ?Schwung, Zuversicht, Tätigkeitsdrang? im ersten Satz zu ?Tod?, dem ?Resultat der Zerstörung? reichte (der wieder verworfene Symphonieentwurf wich mit einem zuversichtlichen Finale von diesem Programm ab); die neue Symphonie sollte ursprünglich auch Programmsymphonie heißen.
Nach einer Konzertreise 1893 skizzierte er das Werk in Klin innerhalb von zwölf Tagen. Wie Tschaikowsky seinem Bruder Modest schrieb, fiel ihm diesmal die Orchestrierung schwerer als sonst, sie war dann aber schließlich nach vier Wochen vollendet.
Tschaikowsky widmete seine 6. Symphonie seinem Neffen Wladimir Dawidow und schrieb ihm, dass ihr ?Programm aber für alle ein Rätsel bleiben soll?, und bezeichnete dieses als ?durch und durch subjektiv?. Da das Programm geheim bleiben sollte, gefiel ihm der Beiname Programmsymphonie nicht mehr, und so reagierte er am Tag nach der Uraufführung begeistert auf Modests Vorschlag, die Symphonie ?Pathetische? zu nennen. Der russische Komponist wurde 1840 geboren und gilt als bedeutendster russischer Komponist des 19. Jahrhunderts. Er starb überraschend am 25. Oktober 1893 im Alter von 53 Jahren in St. Petersburg.
Das Waidhofner Kammerorchester ? ein Orchester mit Engagement und Tradition
Waidhofen an der Ybbs, der Sitz des Kammerorchesters, weist eine lange Tradition orchestralen Musizierens auf. Seit dem 19. Jahrhundert (1887) gibt es eine Reihe von symphonischen Orchesterformationen, die stets mit dem kulturellen Geschehen der Stadt verbunden waren und das gängige klassische Repertoire bedienten. Als eigener Verein existiert das Kammerorchester seit 1972. Immer mit der Musikschule der Stadt verbunden, prägten und prägen bis heute Schüler und Lehrer die personelle Zusammensetzung des Orchesters, was wesentlich zu seiner jugendlichen Ausstrahlung beiträgt. Natürlich ist das Orchester für alle ambitionierten Laienmusiker der Region offen und freut sich neue Mitglieder in seinen Reihen begrüßen zu dürfen. Geprobt wird jeden Freitag um 19.15 Uhr im Mozartsaal des Schulzentrums. Die Programme enthalten alle Stilrichtungen und Kompositionsformen. Vom Solokonzert bis zur Symphonie, von der symphonischen Suite bis hin zur Filmmusik, von Arrangements bis hin zu Auftragskompositionen zeitgenössischer Komponisten spannt sich ein breiter Bogen.
Sichern Sie sich Ihre Eintrittskarte! Kartenvorverkauf für das Konzert in Waidhofen bei Ö-Ticket (www.oeticket.com) und beim Tourismusbüro Waidhofen/Ybbs (Tel 07442/511-255). Vorverkauf: 14 ?, 12 ?, Schüler 8 ? - Abendkasse: 16 ?, 14 ?, Schüler 8 ?
Informationen für das Konzert in Melk: kultur.tourismus@stiftmelk.at , Tel 02752/555-225
Aussender: Mag. Rafael ECKER, Öffentlichkeitsarbeit Waidhofner Kammerorchester
rafael.ecker@kreativ-noe.at , http://kammerorchester.waidhofen.at