Der Kiritog (Kirtag) war früher eines der schönsten Feste des Dorfes und wurde von allen herbei gesehnt. Der 82 jährige Franz Bauer erzählt in seiner Themenführung ?Kiritog is?, wie sich so ein Kirtag im Dorf abgespielt hatte.
Die Burschen eines Jahrganges, das ?Komitee?, richteten den Kirtag aus. Sie hatten auch die anderen Dorffeste des Jahres zu organisieren. Aber eigentlich wurde beim Kirtag der Kirchenweihe gedacht und fand darum am Sonntag nach dem Namenstag des Kirchenpatrons statt. Gleich nach dem Gottesdienst waren aber die Musikanten am Zug und spielten eine Stunde lang für die Dorfjugend zum Tanz auf. Dann mussten sich die Mädchen nach Hause beeilen, denn dort wurde das große Festessen vorbereitet, zu dem zahlreiche Verwandte und Freunde eingeladen waren. Das Essen war stets das gleiche: Rindsuppe, Rindfleisch mit Semmelkren und Schnitzel oder Schweinsbraten.
Wenn am Nachmittag die Musikanten vor der Wirtshaustür zum ?Kirtageinblasen? aufspielten, zog alles ins Wirtshaus, wo bis in die Morgenstunden getanzt wurde. Als alter Musikant, Franz Bauer spielte Bassflügelhorn, kann er davon besonders viel erzählen. Am Kirtag Montag wiederholte sich das Fest noch einmal. Diesmal kamen vor allem die Geschäftsleute aus den umliegenden Ortschaften. Den Dienstag danach brauchten alle zum Ausruhen.
Themenführung: ?Kiritog is? mit Franz Bauer: Samstag, 11. Juli, 16.00 Uhr
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