Shuttlebus von Wien nach Eggenburg: ab Wien, Universität, Grillparzerstraße / Ecke Rathauspark, Abfahrt: 16.30 Uhr, Rückfahrt: ca. 20.30 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel 02742/9005 16273, Unkostenbeitrag: ? 5,-
2006 wurde in Eggenburg ein Modell-Psychosomatisches Zentrum errichtet. Für die PatientInnen sowie das dort arbeitende Team zeigte sich rasch, dass die Architektur des Gebäudes wenig benutzerfreundlich ist. Verflieste Aufenthaltsräume, kühle Innenraumgestaltung, fehlendes Leitsystem etc. standen im Kontrast zu dem Bedürfnis, den Patientinnen für ihre Aufenthaltsdauer eine angenehme und positiv unterstützende Atmosphäre zu schaffen.
Auf Wunsch des ärztlichen Direktors wurden von dem Gutachtergremium für Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich die KünstlerInnen Bernhard Cella, Richard Hoeck, Christine & Irene Hohenbüchler sowie Anita Leisz eingeladen, Arbeiten zu entwickeln, die die bestehende Situation verbessern. Die KünstlerInnen waren mit allen Problematiken konfrontiert, die der Kunst begegnen, wenn sie nach Fertigstellung eines Baus herbeigezogen wird, um baulichen Mängeln entgegenzuwirken und auf die formulierten Bedürfnisse einzugehen.
Bernhard Cella übersetzte fotografische Aufnahmen einer Hotellobby, eines Kino-Auditoriums sowie eines ausladenden Stiegenaufgangs in eine zweidimensionale Reliefstruktur und ließ diese in einem aufwendigen Fräsprozess aus Kunststoffplatten herausarbeiten. Großflächig den Wänden im Eingangsbereich und auf den zwei folgenden Etagen vorgelagert, laden diese zwischen Öffentlichkeit und privatem Raum angesiedelten Orte die BetrachterInnen ein, neue Gedanken- bzw. alte Erinnerungswelten zu betreten.
Die Arbeit von Richard Hoeck konzentriert sich auf die Glasflächen vor allem der Türen, die er mit semitransparenten Sandstrahl-Folien, die die Farbgestaltung der Wände aufnehmen, beklebte. Ausgehend von einer überlebensgroßen menschlichen Figur bricht Hoeck diese in eine Pixelstruktur auf und abstrahiert das Motiv zunehmend durch Zooms in andere Größenverhältnisse. Beim Speisesaal, den Therapieräumen und dem Schwimmbad dämpft er damit das Licht ab und sorgt für mehr Intimität, ohne die Helligkeit und Perspektive zu beeinträchtigen.
Christine & Irene Hohenbüchler haben ein Farbkonzept für die Stationsgänge entwickelt. Jedem Stockwerk ist eine Farbpalette zugeordnet, die eine Wiedererkennbarkeit ermöglicht. So dienen die bunten Streifen, die nach oben hin weiß abschattiert sind, nicht nur der Aufhellung der eher düsteren Gänge, sondern auch der Orientierung. Die Farbpalette wurde bis in die einzelnen Zimmer weiter abschattiert. Durch die Verwendung von Magnetfarben an jeweils einer Wand ist ein Anbringen von persönlichen Bildern oder Ähnlichem mittels Magneten möglich.
Das Konzept von Anita Leisz, das eine Installation im Garten vorsieht, konnte bis dato nicht umgesetzt werden, da von Seiten des PSZ Waldviertel Eggenburgs Zubauten und somit die Außenraumgestaltung noch in Planung sind.
Weitere Informationen unter www.publicart.at
Aussender: Höbart Gabi (K1), gabi.hoebart@noel.gv.at