Meditationsweg Weinviertel von Heinz Cibulka
Shuttlebus von Wien nach Ladendorf: ab Wien, Universität, Grillparzerstraße / Ecke Rathauspark, Abfahrt: 12.30 Uhr, Rückfahrt: ca. 17.00 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel 02742/9005 16273, Unkostenbeitrag: 5 Euro
In Ladendorf werden die sehr unterschiedlichen Arbeiten des belgischen Konzeptkünstlers Guillaume Bijl und des Fotokünstlers Heinz Cibulka, der in Ladendorf lebt, eröffnet. Die Arbeiten entstanden auf Initiative der Gemeinde Ladendorf in Kooperation mit Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich.
Guillaume Bijl, der zuletzt bei den Skulptur.Projekten.Münster mit seiner spektakulären Fake-Ausgrabungsstätte für Aufsehen gesorgt hat, hat in der idyllischen Landschaft rund um Ladendorf im Weinviertel eine fast unscheinbare Arbeit umgesetzt, die ebenfalls mit pseudo-historischen Räumen und Orten der Freizeit- und Konsumgesellschaft spielt. Die Sculpture Trouvée, die ?gefundene Skulptur? in einer Böschung am Feldrand nahe dem Ort, hatte Guillaume Bijl bereits im Jahr 1988 für die Ausstellung ?Das gläserne U-Boot? in der Tabakfabrik Krems-Stein konzipiert. Es handelt sich um eine einfache, möblierte Holzhütte, die scheinbar bewohnt ist und durch ein am Ende des Meditationsweges aufgestelltes Fernrohr betrachtet werden kann. Geschichten über das Häuschen und seine BewohnerInnen ranken nur in den Köpfen der BetrachterInnen, eröffnen sich in dem Luftraum dazwischen. In Ladendorf findet die Installation nach langer Zeit seinen ? wie der Künstler meint ? idealen Aufstellungsort. Wie bei anderen Arbeiten von Bijl werden auch hier das Ready Made (ein fertiges Gartenhaus aus dem Baumarkt) mit einem möglichen Tableau Vivant (Szenerien vor und in dem Häuschen), sowie die klassische Skulptur mit Partizipation verbunden.
Von der schönen Ortskirche über eine Anhöhe mit prächtiger Aussicht auf die Leiser Berge hinauf führt der Meditationsweg von Heinz Cibulka. Mit neun Stationen, die an Wiesen, Weingärten und Obstbäumen vorbei führen, nimmt er das Motiv von Bildstöcken und Wegkreuzen auf, die für die Gegend charakteristisch sind. Bei jeder Station sind vier gleich große Farbfotografien neben- und untereinander zu Bildgedichten zusammengesetzt, die vom Zauber der Gegend, dem Alltagsleben im Weinviertel, von den Menschen, den Tieren ? erzählen. Jedes Bildgedicht wird von einer Zeile aus Cibulkas berührender Hommage an das Weinviertel aus dem Jahr 1975 begleitet. Zusammen mit den Eindrücken und Gerüchen aus der umgebenden Landschaft intensiviert sich die Wahrnehmung der Spaziergänger. Auf der Rückseite befinden sich Textzitate zu Heiligen, deren Reliquien sich im Altar der Pfarrkirche von Ladendorf befinden. Eine weitere komplexe Auseinandersetzung mit dem Weinviertel auf fotografischer Ebene findet sich als Fries in dem 2005 errichteten ?Zwischenraum? bei Mistelbach.
Weitere Informationen unter www.publicart.at
Aussender: Höbart Gabi (K1), gabi.hoebart@noel.gv.at