Gelebt wie Sklaven ? begraben wie Fürsten? Im berühmten Hallstätter Gräberfeld wurden durchwegs reiche Grabbeigaben gefunden, aufgrund deren man meinen würde, dass Fürsten dort bestattet waren. Doch die Skelette der Toten sprechen Gegenteiliges. Es sind nämlich die Arbeiter des Hallstätter Salzbergwerks, die dort begraben liegen. Sie haben ihr Leben lang im Salz geschuftet. Wurden sie dadurch unvorstellbar reich? Die Ausstellung ?Hallstatt ? Wiege der Eisenzeit?, die das Leben vor mehr als 2.500 Jahren darstellt, ist noch bis 30. November im NÖ Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya zu sehen. Hallstatt ist wohl jedem ein Begriff: ein Ort mit jahrtausendelanger Bergbautradition. Das Besondere an Hallstatt ist, dass diese alte Bergbautradition der Grund dafür ist, dass wir vieles über die Zeit vor 2.500 Jahren wissen, weil Archäologen sensationelle Funde machten. Im Museum für Urgeschichte wird die Sammlung der Landesarchäologie mit der Sonderausstellung ?Hallstatt ? Wiege der Eisenzeit? heuer reichhaltig ergänzt. In den Sonderausstellungsräumen sind Funde aus dem Hallstätter Gräberfeld und aus dem Bergwerk zu sehen, die Besucher aufgrund ihres Reichtums und ihres guten Erhaltungszustandes oftmals in Erstaunen versetzen. ?Hallstatt ist einer der bedeutenden Fundorte der Eisenzeit in Europa. Erfreulich ist für uns, dass Originalfunde hier gezeigt werden können?, so der wissenschaftliche Leiter des Museums für Urgeschichte Dr. Ernst Lauermann.
Begraben neben tausenden
Salz machte die Bevölkerung Hallstatts vor tausenden Jahren unvorstellbar reich. Dieser Reichtum ist heute an den Grabbeigaben erkennbar, denn es sind die ?gewöhnlichen? Arbeiter gewesen, die im Hallstätter Gräberfeld begraben liegen. Die Knochen weisen enorme Abnützungen auf und die Zähne Mangelernährung. Das Hallstätter Gräberfeld ist eines der wichtigsten prähistorischen Gräberfelder. Schmuckgegenstände aus Bernstein, Gold, Glas und Elfenbein wurden beigegeben. Eine Auswahl dieser Grabbeigaben ist in der Sonderausstellung des NÖ Museums für Urgeschichte zu sehen.
Verborgene Schätze im Salz
Das reiche Gräberfeld ist nur einer der beiden Fundstellen von Hallstatt. Im Salzbergwerk kamen verborgene Alltagsgegenstände, die das Salz bis heute konserviert, zum Vorschein. Hölzer, Felle, Gewebereste, Exkremente und Speisereste - die unter normalen Bedingungen längst verwest wären - sind durch die konservierende Wirkung des Salzes im Hallstätter Bergwerk erhalten geblieben und geben Aufschluss über die Arbeit im Salzbergwerk von Hallstatt. Lediglich fünf Tragsäcke aus Leder und Holz sind bis heute gefunden. Zwei davon sind auch in der Ausstellung im Original zu sehen. Auch wenn durch die Funde im Bergwerk und im Gräberfeld von Hallstatt sehr viele Einblicke gewonnen werden konnten, so ist die Eisenzeit nach wie vor eine geheimnisvolle Zeit, die der Wissenschaft bis heute Rätsel aufgibt. In den kommenden Jahren werden Erklärungsansätze zur Lebensweise dieser Leitkultur im Museum für Urgeschichte versucht. Das einzigartige Erbe Hallstatts ist noch bis 30. November eingebettet in den gesamten Bereich der Urgeschichte im NÖ Museum für Urgeschichte zu sehen.
Öffnungszeiten: 21. März ? 30. Nov. 2009, täglich 9 - 17 Uhr, Eintritt: Erwachsene Euro 6, Kinder (11 bis 14 Jahre) Euro 3, bis 10 Jahre gratis, Führungen täglich um 10.00, 11.30, 14.00 und 15.30 Uhr, Preis/Person: Euro 2
Aussender / Infos: MMag. Renate Heger, Tel 02577/84 180 281; 0664/604 99 281, renate.heger@urgeschichte.com , www.urgeschichte.com , NÖ Museum für Urgeschichte, Dr. Franz Hampl-Platz 1, 2151 Asparn an der Zaya