Warum dieses Buch?
Kurt Ingerl wurde am 28. Mai 1935 in Ternitz geboren, wohnte bei und mit seiner Mutter in Wiener Neustadt und arbeitete in Wien. Eigentlich war er voll geprüfter Kunsterzieher, der als Maler, Bildhauer, Vizepräsident des Wiener Künstlerhauses, als Kulturpreispreisträger der Stadt Wiener Neustadt und des Landes Niederösterreich vielen bekannt war.
Sein ästhetisches Vorhaben sah er als soziale Tat, indem er der ?visuell degenerierten? Menschheit (so Ingerl) Strukturen anbot, die diese zum Denken, Sehen, Begreifen bringen sollte.
Kurt Ingerl liebte die handwerkliche Perfektion, die Objektivität und die Anonymität. Deshalb produzierte er auch fetischistische Naturabgüsse. Er meinte, dass diese Methode die perfekte objektive Wiedergabe des menschlichen Körpers ermögliche.
Wenn er von seinen zahlreichen öffentlichen Projekten sprach, dann zählten ausschließlich das Konzept, die Größe und die Tonnagen. Doch aufgrund seiner überaus knappen Kalkulationen bei Großaufträgen, die zumeist von der öffentlichen Hand finanziert wurden, war er zuletzt ein Sozialfall, der sich nicht einmal mehr Gips kaufen konnte.
Begründet sei dies in der Tatsache, dass in Österreich Kunstmachen grundsätzlich als lustbetonte Tätigkeit gemeint wird. Lustbetontheit, Hedonismus beinhaltet jedoch einen Spaßfaktor, der in unseren Breitegraden als minderwertig angesehen wird, da diese Tätigkeit nicht ARBEIT sein kann. Arbeit entspricht in Österreich dem Broterwerb, gekoppelt mit Unlust, Zwang und Fremdbestimmtsein ? leider!
Durch eine großzügige Schenkung seiner letzten Lebensgefährtin Christa Cebis kam zuletzt die Stadt Wiener Neustadt in den Besitz einer umfangreichen Sammlung, die Kraft des finanziellen Einsatzes des NÖ Kulturforums und dem Einsatz von Dr. Johannes Köck aufgearbeitet wurde und wird, was diese Schrift auch beweist.
Dass diese vorliegende Schrift ?Kurt Ingerl I ? Lebensweg und Computerkunst? möglich wurde verdanken wir dem Obmann des NÖ Kulturforums Ewald Sacher und dem ehemaligen Vorstand des Institutes für Kunsterziehung an der Akademie, der bildenden Künste, Univ. Prof. Mag. Herwig Zens, der das Unterfangen unterstützte.
Prof. Gotthard Fellerer
Fr, 11. Dezember 2009 um 19.30 Uhr im Herrenhaus Ternitz, Dinhoblstraße 2, 2630 Ternitz
Aussender / Infos: Gotthard Fellerer, Neue Welt Gasse 26, 2700 Wiener Neustadt, Mobil 0676/52 09 844, Fax 02622/89 704, atelier-fellerer@ncc.at , www.austrian-art.at