"Manuale d'amore? (Handtuch der Liebe) am Di 16. u. Mi 17. März, 20 Uhr (Giovanni Veronesi, Italien, 2005, 116 min), Mittwoch: OmU!
Geschichten über die Liebe gibt es wie Sand am Meer. Der italienische Regisseur Giovanni Veronesi ließ sich von dieser Materialfülle jedoch nicht abschrecken und fügte durch diesen Film dem reichen Fundus romantischer Erzählungen gleich vier weitere hinzu. Nach Ansicht Veronesis wird das Phänomen ?Liebe? geprägt von den folgenden vier Schlüsselerlebnissen: ?Sich verlieben?, ?Sich auseinander leben?, ?Betrogen werden? und ?Verlassen werden?. Die zitierten Kapitelüberschriften verweisen auf ein passives Subjekt; in der Tat wird keine der vier Episoden durch aktives Handeln geprägt, sondern die große Rolle wird vom Zufall gespielt. ?Handbuch der Liebe? ist eine romantische Komödie, in der weder Leidenschaft noch Temperament zu kurz kommen.
?Half Nelson? am Di 23. u. Mi 24. März, 19.30 Uhr (Ryan Fleck, USA, 2006, 106 min), Mittwoch: OmU!
?Half Nelson? bedeutet beim Ringen einen Aufgabegriff, aus dem man sich kaum befreien kann. Der Regisseur sieht den Begriff als Metapher für die Situation der Hauptfigur Dan Dunne zu Beginn des Films. Dan ist Geschichtslehrer in einem Viertel von New York City, das von Gewalt und Kriminalität bestimmt ist. Er ist brilliant, charismatisch und erfüllt von dem glühenden Wunsch, das Leben seiner hauptsächlich afro-amerikanischen Schützlinge positiv zu verändern. Seine unkonventionelle Art entspricht zwar nicht den Vorgaben der Schulleitung, kommt aber bei den Jugendlichen gut an. In seinem Unterricht agiert er lebendig, klug, überzeugend und völlig kontrolliert. Dans Privatleben grenzt jedoch an eine Tragödie, denn er ist drogenabhängig. Die regelmäßige Dosis Crack hilft ihm, die schrecklichen Wahrheiten zu verdrängen, die ihn tagtäglich verfolgen: Ideale sterben, das Leben bietet mehr Sackgassen als offenen Türen, und die Rettung scheint immer nur zum Greifen nah, aber nie wirklich erreichbar zu sein.?Half Nelson? bietet keinem der Akteure einfache Problemlösungen an. Es ist ein atmosphärisch dichter, ehrgeiziger und kraftvoller Film, der unerschrocken und mit jugendlicher Leidenschaft ein breites Themenspektrum aufgreift: von Geschichte, Politik, Philosophie und Psychologie bis hin zu moralischen Fragen. Der Hauptdarsteller Ryan Goslin wurde 2007 für einen Oscar in der Kategorie ?Bester Nebendarsteller? nominiert; beim Filmfest in Locarno gewann der Film den Sonderpreis der Jury und den Jugendjurypreis.
?Los abrazos rotos? (Zerrissene Umarmungen) am Di 30. u. Mi 31. März, 19.30 Uhr in Amstetten (Drehbuch und Regie: Pedro Almodóvar, Spanien, 2009, 129 min), Mittwoch: OmU!
Die Nachricht vom Tod des Millionärs und Filmproduzenten Ernesto Martel lässt bei dem blinden Drehbuchautor und früheren Filmregisseur Harry Caine die Erinnerung an die Vergangenheit wieder aufleben, und er beschließt, seinen Vertrauten davon zu berichten. So erzählt er die Geschichte der jungen Lena (Penélope Cruz): Um Geld für die Behandlung ihres krebskranken Vaters zu beschaffen, verdingt sie sich zunächst ohne Erfolg als Callgirl, wird dann aber auf Drängen ihres Chefs, des Millionärs Martel, dessen Geliebte, der dafür die Behandlungskosten für ihren Vater übernimmt. Später erfüllt Martel Lenas sehnlichsten Wunsch und ermöglicht ihr eine Karriere als Schauspielerin. Lena verliebt sich allerdings in den Regisseur - Harry Caine - und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit ihm. In der Folge kommt es zwischen Lena und Martel zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, bei der Lena schwer verletzt wird. Obwohl es in diesem Streifen einige Verwicklungen in der Gegenwart wie in der Rückblende gibt, entwickelt sich die Handlung auf der Leinwand ungeheuer leichthändig. Im eleganten Wechsel der Zeitschienen entfaltet sich ein Panorama von Liebesverstrickungen, Verzweiflung, Verrat, Schuld und Glück, und keine der Figuren wird denunziert, so tragikomisch die Situationen auch sein mögen. ?Zerrissene Umarmungen? erhielt den US-Kritikerpreis für den besten ausländischen Film und wurde zuletzt für den Golden Globe 2010 als bester fremdsprachiger Film nominiert. Für die Filmmusik gewann Alberto Iglesias den Europäischen Filmpreis 2009.
Ort: Café ?Zum Kuckuck?, Linzerstraße 1, 3300 Amstetten, Eintritt: Euro 6,- für Erwachsene/Euro 3,- für Schüler, Infio: www.kuckuck.at , Reservierung: Tel 07472/614 56
Aussender: Verein SüdFILMfest, Eggersdorferstraße 59, 3300 Amstetten, www.suedfilmfest.at , Gerhard Steinkellner, Obmann