Exile Family Movie (Arash T. Riahi, Österreich, 2006, 94 min), 4. und 5. Mai, 19.30 Uhr:
Als Arashs Eltern mit ihren drei Kindern aus dem Iran über die Türkei bis nach Österreich flüchteten, war Arash neun Jahre alt. Doch während es für die Kinder ein einziges, großes Abenteuer war, war es für Arashs Eltern, regimekritische Intellektuelle, ein Frage von Leben und Tod. Die halbe Verwandtschaft emigrierte damals; einige nach Europa, einige nach Amerika, und die andere Hälfte blieb im Iran. Und die Sehnsucht stieg mit der Entfernung - ?Home is where the heart is?. Briefe, Telefon, Videoaufnahmen, Internet - alle Mittel der modernen Kommunikation werden eingesetzt, um die Familienbande nicht reißen zu lassen, denn Besuche sind aus politischen Gründen rar: Für die Exilanten ist eine Rückkehr in ihre Heimat nicht einmal denkbar, und für die daheim Gebliebenen wäre ein Besuch der abtrünnigen Verwandten viel zu riskant. Und so steht plötzlich die geniale Idee einer Mekka-Reise im Raum, denn dass ein Moslem aus einem anderen Grund nach Mekka kommt, als um zu beten, das erscheint unvorstellbar. Man trifft sich also in Mekka, und, obwohl sich bereits viele kulturelle Gräben zwischen ihnen allen aufgetan haben, versteht man sich wunderbar, man lacht miteinander, lernt voneinander, und mit jeder Umarmung sehen die Grenzen zwischen Staaten, Kulturen und Überzeugungen gleich viel durchlässiger aus.
Désaccord parfait (Wir verstehen uns wunderbar) (Antoine de Caunes, F/GB/RU, 2006, 92 min), 11. und 12. Mai, 19.30, Mittwoch: frz.Of.m.d.Ut:
Der Starregisseur Louis Ruinard (Jean Rochefort) und die junge, attraktive, aus England stammende Schauspielerin Alice d'Abanville (Charlotte Rampling) galten als das Traumpaar des französischen Films. Doch die zahlreichen Affären des egozentrischen Regisseurs führten nach einigen Jahren zur abrupten Trennung: Alice kehrte ohne Abschied in ihre Heimat London zurück. Dreißig Jahre später hat Alice sich als Schauspielerin des britischen Theaters mit Shakespeare einen Namen gemacht. Zusammen mit ihrem wohlhabenden Gatten Lord Gaylord wohnt sie in einem Schloss außerhalb von London. Ruinard, der seit seiner Trennung von Alice allein lebt und eher nur leichte Komödien gedreht hat, soll nun in London eine Auszeichnung für sein Lebenswerk als Regisseur bekommen ? und ausgerechnet Alice soll sie ihm überreichen. Doch diese ist noch immer sehr gekränkt und nutzt während der Vorbereitungen jede Möglichkeit, um Louis mit Boshaftigkeiten und spitzen Bemerkungen zu demütigen. Es kommt zum Streit und Alice sagt die Preisübergabe zunächst ab, um dann doch für alle überraschend auf der Bühne zu stehen...
Once (Drehbuch und Regie: John Carney, Irland, 2007, 84 min), 18. und 19. Mai, 19.30, Mittwoch: engl.Of.m.d.Ut.: Regisseur John Carney hatte den Plan, einen Film über einen Straßenmusiker zu machen. Zu diesem Zweck bat er seinen Freund Glen Hansard, einige Lieder zu schreiben, die er im Film verwenden konnte. Nachdem er einige Zeit nach geeigneten Hauptdarstellern für seinen Film gesucht hatte, entschied Carney sich schließlich für Hansard und Marketa Irglova, eine osteuropäischen Musikerin, die er durch Hansard und dessen Band ?The Frames? kennen gelernt hatte. Die Filmmusik wurde von den beiden Hauptdarstellern, die im Film keine Namen haben und im Abspann lediglich als ?The Guy? und ?The Girl? bezeichnet werden, selbst eingespielt und gesungen. Für den Song ?Falling Slowly? wurden sie 2008 mit einem Oscar in der Kategorie ?Bester Song? ausgezeichnet. ?Once? wurde in 17 Tagen mit einer Handkamera an Originalschauplätzen bzw. in den Wohnungen verschiedener Crewmitglieder gedreht. Das Budget betrug nur 130000 Euro. Bei den Independent Spirit Awards 2008 wurde ?Once? als bester ausländischer Film ausgezeichnet, und in den USA wurde er ein finanzieller Erfolg, obwohl er dort mit nur zwei Kopien startete.
Aussender / Info: Gerhard Steinkellner, Südfilmfest Amstetten, gerhard.steinkellner@ktvam.at