Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüsste ihn mit den Worten: ?Sie haben sich gar nicht verändert.? ?Oh!?, sagte Herr K. und erbleichte. (in: Bert Brecht: Geschichten von Herrn Keuner)
Der Titel der heurigen Uraufführung wurde in Anlehnung an Bert Brecht und Helmuth Qualtingers Monolog ?Der Herr Karl? gewählt. Herr Karl ist ein typischer Österreicher, der über sein Leben in den 30er Jahren, während der Nazi? Herrschaft und in der Besatzungszeit philosophiert, der überall dabei war, sich aber für nichts verantwortlich fühlt, was damals passiert ist.
Auf der Basis von ca. 30 Zeitzeugenberichten geben die ?Geschichten von Herrn K.? Einblick in die Lebensgeschichten der BewohnerInnen Lilienfelds bzw.der Orte des Gerichtsbezirkes zwischen 1927 und 1955 . Szenen aus Qualtingers Monolog ?Der Herr Karl? ergänzen diese Eigenproduktion. Das Stück folgt chronologisch historischen Ereignissen, beginnend bei der Kindheit vieler GesprächspartnerInnen in der Wirtschaftskrise, über den Bürgerkrieg 1934, der Zeit des Austrofaschismus, dem Einmarsch der Hitlertruppen, den Kriegsereignissen und der fortschreitenden Judenverfolgung, bis zur Besatzungszeit. Parallel zu den Aufführungen gibt es eine kleine Ausstellung mit Dokumenten und Materialien, zur Verfügung gestellt von den Interviewpartnern oder GemeindebürgerInnen. Diese findet ebenfalls im Cellarium statt und ist vor und nach der Performance, sowie gegen Voranmeldung zu besichtigen.
Karten sind über das Internet unter www.spielfeld.org/kartenbestellung.html, in der Praxisgemeinschaft Dr. Gareiß-Dr.Pfefferer und in der Raiffeisenbank Traisen-Gölsental erhältlich. Aufführungstermine: 7.- 9. Mai und 13. - 16. Mai 2010, (Do-Sa 19.30, So 18.30), Aufführungsort: Stift Lilienfeld - Cellarium, 3180 Lilienfeld, Klosterrotte 1
Aussender / Info: Dr. Merten Gareiss, Theaterspielgruppe Lilienfeld, info.spielfeld@nit.at